Der Sänger und Schauspieler Daniel Donskoy wird als Hauptfigur einer Musiktheaterproduktion rund um das Schaffen von David Bowie das diesjährige Kunstfestival Ruhrtriennale eröffnen. Im Mittelpunkt der Geschichte von "Rebel Rebel", die Intendant Ivo Van Hove mit Hilfe von Bowies Werk erzählen wird, steht ein junges Paar, das mit seiner Liebe Widerstand gegen ein repressives System leistet.
Er höre seit der Kindheit Musik von David Bowie, sagte Donskoy bei der Vorstellung des Programms der Ruhrtriennale. "Er hat mit jedem Song eine Welt aufgemacht und mit jedem Album ein Universum kreiert", so Donskoy. Insofern sei es ihm eine große Ehre, für die Rolle gefragt worden zu sein. "Meine Nachbarn werden mich hassen. Ich höre schon jetzt jeden Tag David Bowie", so der 36-jährige.
Mehr als 30 Produktionen - oft an ungewöhnlichen Orten
Insgesamt zeigt das renommierte Kulturfestival vom 20. August bis 20. September 31 Produktionen. Rund 600 Künstlerinnen und Künstler aus 43 Ländern wirken daran mit. Das Festival ist bekannt dafür, ehemalige Industrieanlagen - etwa Kohlezechen, Halden, Kokereien oder Stahlwerke - in einzigartige Bühnen für Musiktheater, Schauspiel, Tanz, Performance und Installationen zu verwandeln.
Ein weiterer Höhepunkt des Programms ist die multidisziplinäre Performance "Balkan Erotic Epic" von Marina Abramović. In ihrem "monumentalsten Werk", wie sie selbst sagt, erkundet die einflussreiche Performance-Künstlerin Erotik und Spiritualität der Balkan-Mythologie.
Großer Ansturm auf Abramović-Tickets
Nach Auskunft der Festivalmacher waren die Tickets in kürzester Zeit ausverkauft. Nun seien noch einmal Restkarten in den Verkauf gegeben worden. Der Vorverkauf der übrigen Produktionen ist nun ebenfalls losgegangen.
Zu den fünf Uraufführungen gehört auch das Stück "Deutscher Herbst" in der Regie von Christopher Rüping. Mit dem Ensemble des Deutschen Theaters Berlin erkundet der preisgekrönte Regisseur darin Zeiten des Übergangs in Nachkriegsdeutschland.
Intendant: Blick nach vorne in unsicher empfundenen Zeiten
Die US-amerikanische Opernsängerin Joyce DiDonato haucht den Gedichten von Emily Dickinson in "Emily - No Prisoner Be" neues Leben ein. In der Uraufführung "Siddhartha" nach dem Werk von Hermann Hesse vereint Lisaboa Houbrecht Schauspiel, Pop und Sufi-Gesänge.
Unter dem Festival-Motto "Longing for Tomorrow" wolle er in einer Zeit, die für viele unsicher geworden sei, den Blick nach vorne richten, sagte Van Hove. "Lassen Sie uns trotz der Krisen unserer Zeit das Leben feiern." Das Festival wolle dies mit durch gemeinsame Begegnungen, Erfahrungen und das Einnehmen einer Vielzahl von Perspektiven tun.
Nach drei Jahren der künstlerischen Leitung der Ruhrtriennale endet Van Hoves Intendanz nach dieser Spielzeit turnusgemäß. Jeweils mehr als 70.000 Besucher in den beiden Vorjahren hatten für eine kontinuierlich hohe Auslastung gesorgt. "Er hat bewiesen, dass es möglich ist, Publikum und Feuilleton gemeinsam glücklich zu machen", lobte NRW-Kulturministerin Ina Brandes (CDU). Auf Van Hove wird die US-amerikanische Opernregisseurin Lydia Steier folgen.