Zukunft der Arbeit
Studie: Weiterbildung erreicht Geringqualifizierte selten

Weiterbildung auf allen Ebenen ist einer Studie zufolge ein Schlüssel für eine erfolgreiche Transformation in Unternehmen. (Symb
Weiterbildung auf allen Ebenen ist einer Studie zufolge ein Schlüssel für eine erfolgreiche Transformation in Unternehmen. (Symbolbild) Foto
© Annette Riedl/dpa
Viele Jobs verändern sich rasant – doch gerade Geringqualifizierte bleiben bei Weiterbildungen oft außen vor. Was eine Studie für die Zukunft der Arbeit empfiehlt.

Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und mehr Flexibilität: Die moderne Arbeitswelt verlangt von den Beschäftigten, sich immer schneller auf neue Arbeitsformen einzustellen. Zentrale Voraussetzungen dafür sind laut einer Studie des Forschungsinstituts Prognos, dass Beschäftigte qualifiziert und von Anfang an in den rasanten Wandel eingebunden werden. 

Geringqualifizierte bleiben allerdings bei der Weiterbildung oft außen vor, heißt es in der Studie "Neue Formen der Arbeit" im Auftrag der Landesregierung NRW. Weiterbildung bringt den Autoren zufolge nur dann einen strategischen Vorteil, wenn es gelingt, sie für alle Qualifikationsstufen umzusetzen. Geringqualifizierte sowie an- und ungelernte Beschäftigte nähmen aber am seltensten an Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen teil. 

Wandel durch Mitbestimmung

Dass die Arbeitswelt nicht statisch sei, sondern seit jeher im Wandel, sei zwar nichts Neues, erklärte NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). "Wohl aber neu ist die Geschwindigkeit, mit der Veränderung vonstattengeht." 

Laumann warb für Mitbestimmung und Sozialpartnerschaft in Betrieben und Unternehmen. Diese seien kein Relikt aus der Vergangenheit, sondern zentrale Instrumente, mit denen Veränderungen der Arbeitswelt gemeinsam und verlässlich gestaltet werden könnten. 

Homeoffice mit Risiken

Die Studie befasst sich unter anderem auch mit mobiler Arbeit. Diese habe sich nach der Corona-Pandemie auf einem dauerhaft erhöhten Niveau stabilisiert. Mobile Arbeit gelinge dort, "wo klare Regeln, eine tragfähige Vertrauenskultur und eine gute technische Infrastruktur vorhanden sind", schrieben die Autoren. Wo diese Voraussetzungen fehlten, drohten Entgrenzung, soziale Isolation und eine schleichende Ausweitung der Arbeitszeit. Das Modell des vollständigen Homeoffice berge strukturelle Produktivitätsrisiken, wenn der informelle Austausch und das kollektive Lernen in Teams dauerhaft wegfielen.

dpa