Das Demokratiezentrum Rheinland-Pfalz steht dem Einsatz von ehemaligen Rechtsextremen in der Präventionsarbeit kritisch gegenüber. Gespräche zweier Wissenschaftler mit pädagogischen Fachkräften sowie Schülerinnen und Schülern im Rahmen einer Studie hätten keinerlei Hinweise dafür ergeben, dass die Einbindung früher einmal rechtsextremer Personen rechte Einstellungen und Gewalt reduziere, teilte das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung in Mainz mit, in dem das Zentrum angesiedelt ist.
Gefahr der Traumatisierung oder Retraumatisierung
Stattdessen könnten detaillierte, anekdotische Erfahrungsberichte aus der Szene bei jungen Menschen sogar Ängste hervorrufen. Von Diskriminierung und Gewalt schon einmal betroffene Jugendliche könnten traumatisiert oder retraumatisiert werden, hieß es weiter. Angesichts dessen solle der bisher gängige Einsatz von Aussteigern vermehrt hinterfragt werden, sagte Landesamtspräsidentin Heike Gorißen-Syrbe.
Die Behörde, die auch eine Broschüre für Fachkräfte zu dem Thema herausgegeben hat, spricht sich explizit gegen eine verpflichtende Teilnahme an Veranstaltungen mit Aussteigerinnen und Aussteigern in Schulen aus. Eine nachhaltige Prävention könne nur gelingen, wenn die kritische Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus oder anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit regelmäßiger Bestandteil der Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen sei.