Konsequenzen gefordert Fassungslosigkeit über gewaltsamen Tod von Zugbegleiter

Der Zugbegleiter wurde durch Faustschläge gegen den Kopf verletzt und starb. Foto: Patrick von Frankenberg/dpa
Der Zugbegleiter wurde durch Faustschläge gegen den Kopf verletzt und starb. Foto
© Patrick von Frankenberg/dpa
Die Betroffenheit ist groß. Nach dem Tod eines Zugbegleiters in der Westpfalz wächst bundesweit die Forderung nach mehr Sicherheit für Bahnmitarbeitende.

Schock, Entsetzen und auch Wut - der gewaltsame Tod eines Zugbegleiters in der Westpfalz hat bundesweit bestürzte Reaktionen ausgelöst. Gefordert wird unter anderem ein besserer Schutz für Zugbegleiter. Ein 36 Jahre alter Zugbegleiter war am Montag von einem Reisenden ohne Fahrschein in einem Regionalexpress der Bahn mit Faustschlägen tödlich verletzt worden, nachdem er ihn zum Verlassen des Zuges aufgefordert hatte.

"Diese schreckliche Gewalt gegen jemanden, der einfach seinen Job macht, lässt uns wütend und traurig zurück", teilten der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer und seine saarländische Kollegin Anke Rehlinger (beide SPD) gemeinsam mit. "Diese Tat erschüttert die gesamte Bahn-Familie und sie ist furchtbarer Ausdruck einer seit langem steigenden Aggressivität bis hin zu Gewalt gegenüber Zugbegleitern."

"Wir müssen mehr tun für den Schutz"

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) forderte die Politik auf, mehr Maßnahmen für Sicherheit zu ergreifen. "Ab morgen erhöhen wir noch mal den Druck", schrieb die Gewerkschaft. "Dieser brutale Überfall muss jetzt ein Umdenken einleiten."

Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) rief zu mehr Engagement für die Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen auf. "Wir müssen gemeinsam mehr tun für den Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Züge und Bahnhöfe müssen sicher sein", sagte Schnieder laut einer Mitteilung. "Es ist furchtbar, dass ein Kundenbetreuer bei der normalen Ausübung seiner Arbeit ums Leben kommt – getötet durch rohe und sinnlose Gewalt."

"Angriff gegen uns alle"

Auch Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) zeigte sich von der Tat erschüttert. Viele werde diese Tat schockieren. "Ich sage deshalb auch: Unser Rechtsstaat kennt auch bei den brutalsten Verbrechen keine Sprachlosigkeit. Auf die Tötung eines Menschen stehen in unserem Strafgesetzbuch schwere Strafen. Der Täter wird für diese Tat zur Verantwortung gezogen werden."

Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, Gordon Schnieder, sprach von einem "Angriff gegen uns alle". "Ich bin fassungslos", teilte er in Mainz mit. Immer häufiger würden Uniformierte in Deutschland Opfer von Gewalt. "Wir nehmen wahr, dass die Hemmschwelle für Beleidigungen, Bedrohungen und Attacken sinkt – Verrohung hat viele Gesichter." Es sei "unsere Pflicht, solchen Angriffen entschlossen entgegenzutreten".

"Gewalt nimmt zu"

AfD-Landesvize Sebastian Münzenmaier forderte mit Blick auf die "schreckliche Tat" mehr Sicherheit an Bahnhöfen und in Zügen. "Das muss Konsequenzen haben. Wir dürfen nach der Trauer nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergehen." Nach Ansicht von Münzenmaier gibt es ein "massives Problem mit Ausländergewalt im öffentlichen Raum". Der mutmaßliche Täter ist griechischer Staatsangehöriger.

Auch im Saarland zeigte sich die Landespolitik erschüttert. "Diese Tat zeigt einmal mehr: Die Gewalt gegen Menschen, die im Dienste unserer Gesellschaft arbeiten und für uns alle da sind, nimmt zu. Das dürfen wir nicht hinnehmen. Wir müssen alle, die tagtäglich für uns im Dienst sind, besser schützen", teilte CDU-Landesvorsitzender Stephan Toscani mit. 

Die rheinland-pfälzische Mobilitätsministerin Katrin Eder (Grüne) erklärte: "Wer Beschäftigte im öffentlichen Dienst angreift, die täglich Verantwortung für die Sicherheit aller Fahrgäste tragen, überschreitet auf brutale Weise alle Grenzen des Miteinanders. Gewalt gegen Mitarbeitende in der Bahn ist in keiner Weise hinnehmbar und muss mit aller Konsequenz verfolgt werden."

Daniel Klingelmeier, Generalsekretär der Freien Wähler Rheinland-Pfalz, teilte mit: "Wenn Menschen im öffentlichen Dienst bei der Ausübung ihrer Arbeit mit Gewalt rechnen müssen, läuft in unserem Land etwas grundlegend falsch." Wer Einsatzkräfte angreife, greife den Rechtsstaat an. "Und darauf muss es eine klare, spürbare Antwort geben: mehr Schutz, eine starke Polizei, eine handlungsfähige Justiz und die konsequente Durchsetzung unseres Rechts."

dpa