Wetterphänomen Ungewöhnlich wenig Blitze im Saarland

Das österreichische Netzwerk zählt nur Blitze, die den Boden erreichen. (Symbolbild) Foto: Patrick Pleul/dpa
Das österreichische Netzwerk zählt nur Blitze, die den Boden erreichen. (Symbolbild) Foto
© Patrick Pleul/dpa
Nur gut 700 Mal schlug der Blitz im vergangenen Jahr ein, im Jahr zuvor waren es deutlich mehr. Woran liegt das?

2025 hat es im Saarland ungewöhnlich selten geblitzt. Nur 718 Erdblitze zählte der Informationsdienst Aldis/Blids im Jahresverlauf. Das waren deutlich weniger als 2024, als das Sensornetzwerk der in Österreich ansässigen Experten 1.214 Einschläge registrierte. 

Auch bundesweit hat es sehr selten geblitzt - nur 99.930 Mal. In den bis 2005 zurückreichenden Daten von Aldis/Blids findet sich kein Jahr, in dem es auch nur annähernd so wenige Blitze gab. Frühere Jahre weisen sehr viel höhere Werte auf - zwischen 200.000 und über eine halbe Million. 

Aber warum war 2025 so blitzarm? Wetter ist komplex, die Antwort also vielschichtig, doch ein wichtiger Effekt ist relativ klar: Für Gewitter brauche man feuchte und energiereiche Luftmassen, erklärt Tanja Egerer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Und in den meisten der gewitterträchtigen Sommermonaten war es diesmal schlicht zu trocken. 

Die von Aldis/Blids erhobenen Zahlen unterscheiden sich von anderen Blitzstatistiken, die daher teilweise zu deutlich anderen Ergebnissen kommen. In der hier genannten Statistik zählen nur Erdblitze - also Einschläge und keine Entladungen in den Wolken - und jeder Blitz nur einmal. Häufig kommt es nämlich vor, dass durch einen Blitzkanal in kürzester Zeit mehrere Entladungen fließen. In manchen Statistiken werden dann mehrere Blitze gezählt.

dpa