Mit neuen Verfahren sollen Rückstände von Medikamenten im Abwasser entfernt werden. Für ein Forschungsprojekt auf der Kläranlage Halle-Nord bekommt die Hochschule Magdeburg-Stendal nun 552.000 Euro Fördermittel, wie das Umweltministerium in Sachsen-Anhalt mitteilte. Mit dem Geld sollen unter anderem Verfahren zur Entfernung solcher Rückstände aus dem kommunalen Abwasser erprobt werden. Das Projekt wird durch das Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft begleitet und soll bis Ende 2028 abgeschlossen werden.
Umwelt-Staatssekretär Steffen Eichner (SPD) sagte dazu: "Wasser ist die Grundlage allen Lebens – und zugleich ein Spiegel unseres Umgangs mit der Natur. Was wir ins Wasser geben, kehrt irgendwann zu uns zurück – sei es sichtbar oder unsichtbar". Mit der Förderung wolle das Ministerium Verfahren unterstützen, die innovativ und zugleich wirtschaftlich seien, hieß es.
Den Angaben zufolge soll in einem Großversuch eine vierte Reinigungsstufe erprobt und für einen großtechnischen Einsatz weiterentwickelt werden. Bis jetzt reinigen Kläranlagen das Abwasser in drei Stufen und leiten es dann in ein Gewässer ein. Neben einer keramischen Membran, die von der Hochschule Magdeburg-Stendal in Zusammenarbeit mit Unternehmen entwickelt wurde, soll in dem Versuch ein weiteres innovatives Verfahren getestet werden.
Seit Anfang 2025 sind größere Kläranlagen durch die europäische Kommunalabwasserrichtlinie dazu verpflichtet, zusätzliche Reinigungsstufen zur Entfernung von Spurenstoffen wie Medikamentenrückständen einzurichten.