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Interview

Finanzspritze von Instagram-Followern: Louisa Dellert kassiert Shitstorm wegen Crowdfunding – das sagt sie selbst dazu

Louisa Dellert hat ihre Instagram-Follower um finanzielle Unterstützung gebeten – und kassierte einen Shitstorm dafür. Im Interview mit NEON spricht sie über das schwierige Influencer-Dasein, ihre Pläne und was sie sich von den Spenden leisten wird.

Louisa Dellert steht für ihre Überzeugungen ein

Louisa Dellert hat einen Wandel hinter sich, den man auf Instagram selten erlebt. Sie fing als Fitnessbloggerin an, kehrte dem Schönheitswahn dann aber den Rücken, warb für mehr Selbstliebe und macht sich nun stark für Nachhaltigkeit und Politik. Mit dem Wandel gingen aber leider die Kooperationspartner, die als Influencer Haupteinnahmequelle sind. Mittlerweile kann die 29-Jährige von den wenigen Einnahmen nicht mehr ihre Miete bezahlen, wenn sie weiter Videos und Beiträge zu politischen Themen finanzieren muss.

Also bat sie ihre Follower in einem Instagram-Video um finanzielle Unterstützung – und kassierte prompt einen Shitstorm. Es hagelt Unverständnis und Sprüche à la "Dann such dir halt einen richtigen Job!" Mit NEON hat Louisa über ihre Crowdfundingaktion gesprochen und verrät, was sie sich dank der Hilfe ihrer Follower endlich leisten kann. 

Louisa Dellert im NEON-Interview

Louisa, du hast in deinem Video gesagt, dass du mit einem Shitstorm gerechnet hast. War es so schlimm wie befürchtet? 

Louisa: Ehrlicherweise hatte ich es sogar noch ein bisschen intensiver befürchtet, was die Wortwahl angeht. Ansonsten ist es eigentlich so ausgefallen, wie ich gedacht hatte. Die meisten haben nicht unbedingt rumgepöbelt, aber trotzdem Dinge gesagt, die bewusst so formuliert waren, dass es mich verletzt oder ärgert. Es war viel dabei, das jetzt nicht unbedingt konstruktiv war. Aber keine Kritik geht spurlos an einem vorüber. Ich mache Social Media jetzt schon ein paar Jahre und da muss man sich kopfmäßig einfach auf sowas einstellen. 

Was sagst du zu den Vorwürfen, dass das, was du machst, kein richtiger Job sei? 

Am liebsten hätte ich mal ein Kamerateam an meiner Seite, das mich eine Woche lang begleitet. Damit man wirklich mal sieht, was ich den ganzen Tag so mache. Influencerin ist halt eine neue Art von Beruf – ich bin da ja auch nur irgendwie reingerutscht. Aber zu sagen, das sei kein richtiger Job, ist für mich so typisch deutsch. Sobald du etwas machst, mit dem du nicht super viel Geld verdienst und Unterstützung brauchst, sagt man in Deutschland sofort: "Dann such dir halt einen vernünftigen Job!" Das finde ich schwierig, weil es ja trotzdem etwas Vernünftiges sein kann, auch wenn man erstmal nicht ganz so viel damit verdient. 

Hast du deine Entscheidung zwischendurch mal bereut?

Nee, überhaupt nicht. Ich brauche gerade die Unterstützung, weil ich diesen Beruf Influencerin gerne transformieren möchte, um zu zeigen, dass man damit Sinnvolles machen kann. Und ich möchte gleichzeitig zeigen, dass es im Moment noch schwierig ist, im Bereich Nachhaltigkeit und Politik damit Geld zu verdienen. Da muss ich erst einen Weg finden. Wenn ich den gefunden habe, kann ich vielleicht auch andere damit inspirieren. 

Der Aufruf ist für mich auch keine langfristige Lösung. Das ist eher dafür, dass ich jetzt, wenn bald die Landtagswahlen kommen, ein Team um mich herum aufbauen kann. Ich kriege das als One-Woman-Show einfach nicht mehr alleine hin. 

Wie hast du es vorher geschafft, Geld zu verdienen? Hattest du Nebeneinkünfte? 

Früher hatte ich mehr Kooperationen. Wenn du jetzt mal auf meinen Account guckst, ist da vielleicht eine bezahlte Kooperation pro Woche – und dann vielleicht mal ein Gewinnspiel für ein nachhaltiges Produkt. Dafür werde ich aber meistens nicht bezahlt. Früher hatte ich bestimmt drei Kooperationen, die mir bezahlt wurden. Da war einfach viel mehr Geld da. 

Hast du einen Plan B, falls das mit dem Crowdfunding nicht funktioniert? 

Ja, Freunde fragen. Keine Ahnung. Ich glaube, wenn man etwas wirklich machen will, dann bekommt man das immer irgendwie hin. Es hört sich auch schlimmer an, als es ist. Es ist nicht so, dass ich gar kein Geld verdiene. Aber ich muss halt trotzdem noch Miete und Versicherung und alles andere bezahlen. Deswegen habe ich beschlossen, meine Follower zu fragen. Es ist nicht so, dass ich das Geld dann für einen Urlaub, Verpflegung oder ein Fünf-Sterne-Hotel ausgebe. Das würde ich mir niemals anmaßen. 

Aber egal, wie ich's mache, würde ich es sowieso falsch machen. Wenn ich jetzt wieder mehr Kooperationen mache, würden die Leute meckern. Wenn ich wieder im Fitnessbereich anfange, würden die Leute erst recht meckern. Wenn ich nach finanzieller Unterstützung frage, meckern sie auch. Und wenn ich jetzt aufhören würde, über politische Themen zu berichten, würden sie auch meckern. Ich kann es nicht allen recht machen. 

Nach Shitstorm wegen Crowdfunding: Louisa Dellert im Interview

Louisa Dellert setzt sich als Influencerin auf Instagram besonders für Nachhaltigkeit ein

Wieviel Geld kam bis jetzt durch dein Crowdfunding zusammen? 

Ich war total sprachlos, dass mir so viele das Vertrauen schenken. Bis jetzt konnte ich mir von dem Geld eine Bahncard 100 kaufen. [Anm. d. Red.: Eine Bahncard 100 in der zweiten Klasse kostet momentan 4395 Euro.] Das ist für mich total gut, weil ich so jederzeit zum Klimainstitut oder zu Wissenschaftlern fahren kann, ohne mir Gedanken darüber machen zu müssen, ob ich mir das Bahnticket gerade leisten kann. So habe ich die Freiheit, in der Woche noch mehr Interviews und Recherchetermine zu machen als bisher. Das machen mir meine Follower jetzt möglich. Ich hoffe, ich kann ihnen das irgendwie zurückgeben, indem ich wichtige Themen anspreche und aufkläre. 

Was ist dein Ziel? Wie viel Geld bräuchtest du, um deine laufenden Kosten zu decken? 

Das ist schwierig zu sagen, weil ich gerne erstmal jemanden einstellen würde. Das Gehalt muss dann natürlich bezahlt werden. Durch meine Bahncard fallen jetzt natürlich noch viele Kosten weg. Ansonsten brauche ich eigentlich gar nicht so viel. Aktuell würde ich gerne zu den Landtagswahlen mit einem Team anreisen und berichten. Ich kann noch gar nicht genau einschätzen, wie teuer das wäre. 

Ich hätte aber auch nie gedacht, dass überhaupt eine Bahncard zustande kommt. Und ich werde jetzt auch nicht jeden Monat sagen: Bitte, bitte, unterstützt mich. Das ist jetzt erstmal einfach ein Konto, das ist da, und ich werde jeden Monat transparent zeigen, was ich davon bezahlt habe. Die Leute können dann überlegen, wenn ich einen Beitrag hochgeladen habe, ob sie mich dann noch mal via Paypal mit einem Euro unterstützen wollen, weil er ihnen gefallen hat. 

Du sagst, dass du jemanden einstellen willst.

Momentan mache ich alles alleine mit einem Selfiestick oder einem Stativ. Das geht natürlich nicht, wenn ich jetzt wirklich mal eine Reportage machen will. Deshalb bräuchte ich jemanden, der mich filmt, der Equipment mitbringt, die Videos schneidet, der mit mir die Recherche vorher macht ... Meine E-Mails und so, das beantworte ich alles selbst, das werde ich auf jeden Fall auch noch weiter machen. Aber in dem anderen Bereich brauche ich Hilfe. Ich kann nicht vor der Kamera stehen, nebenbei die Kamera halten und noch den Ton einrichten. 

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Vielen vielen vielen Dank an alle, die meinen Aufruf vor zwei Tagen nicht negativ aufgefasst haben und mir vertrauen. Ich will euch natürlich über die nächsten Schritte auf dem Laufenden halten. Mit den 7.300€ werden folgende Dinge bezahlt: eine BahnCard100 mit welcher ich ausschließlich zu Terminen fahre wie Schulbesuche, Recherchearbeiten oder Interviews wie z.B. mit der Verpackungsindustrie. Parallel habe ich weiterhin meine BahnCard 50 für private Reisen. Im Herbst sind die Landtagswahlen. Bereits gestern habe ich mich mit zwei tollen Menschen zusammengesetzt, weil wir eine Kampagne auf die Beine stellen möchten. Wie dafür das Geld genutzt wird, zeige ich dann transparent. Mit dem restlichen Geld wird ausschließlich für politische Themen ein Kameramann bezahlt was Zugfahrten oder Übernachtungen, das Filmen und schneiden angeht, wenn wir z.B. in Brandenburg vor Ort Aufnahmen machen. Außerdem war ich heute bei meiner Steuerberatungsgesellschaft und werde mir Ende des Jahres einmal ganz offiziell auswerten und testieren lassen, was von eurem Geld bezahlt wurde. Das wird dann auch veröffentlicht. Nochmal: damit bezahle ich keine Miete, Versicherungen oder ähnliches. Ich habe ja glücklicherweise schon noch 1-2 andere Jobs im Monat mit denen ich das bestreiten kann. Viele von euch sagen, dass diese politische Arbeit mein Hobby ist. Ja, vielleicht ist sie das, wenn ihr das so seht. Aber dann stehe ich gerne zu 100% dahinter, dass ich für dieses Hobby nach finanzieller Unterstützung gefragt habe. Jetzt habe ich die Möglichkeit da noch mehr Arbeit reinstecken zu können. Also Danke! Auch die Frage, was ich mit dem Geld mache, dass jetzt nach den Projekten übrig bleibt, kann ich verstehen. Und wenn ich damit ein Politik- Event für euch als Dankeschön auf die Beine stelle oder eine Schulklasse nach Brüssel einladen kann, um ihnen die EU näher zu bringen. Ich verwende dieses Geld NICHT, um mein „Influencer“ Dasein zu finanzieren. Und zum Schluss: ich finde es schade, dass wir besonders hier in Deutschland so misstrauisch, böse und skeptisch „neuen“ oder Dingen die anders sind, gegenüberstehen. ✌🏽

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Bezahlst du von dem gespendeten Geld auch deine Miete?

Nee, auf gar keinen Fall. Es ist ja nicht so, dass ich gar keine bezahlten Kooperationen habe – es sind bestimmt ein, zwei, drei im Monat. Von dem Geld bezahle ich Miete, Versicherung und sowas. Und ich versuche natürlich, wie jeder andere auch, ein bisschen was zur Seite zu legen. Momentan habe ich keine Ersparnisse, weil alles in meine Arbeit oder meinen Zero-Waste-Shop "Naturalou" geflossen ist. Von dem gespendeten Geld würde ich niemals etwas bezahlen, das nichts mit meiner politischen Arbeit zu tun hat. 

[Anm. d. Red.: Louisa hat in ihrem neuesten Instagrampost geschrieben, das bisher (Stand: 17. Juli 2019, 16:30 Uhr) 7300 Euro an Spenden für ihre Arbeit zusammen gekommen sind.]

Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg