Hohe Spritpreise
So viel Sprit dürfen Sachsen-Anhalter in der Garage lagern

Viele Autofahrerinnen und Autofahrer denken wegen sinkender Spritpreise über Vorratskäufe nach. (Archivbild) Foto: Patrick Pleul
Viele Autofahrerinnen und Autofahrer denken wegen sinkender Spritpreise über Vorratskäufe nach. (Archivbild) Foto
© Patrick Pleul/dpa
Drohen Hamsterkäufe, nachdem die Bundesregierung befristet die Energiesteuer für Sprit senken will? Was in Sachsen-Anhalt erlaubt ist - und warum Experten vom Anlegen größerer Vorräte abraten.

Die von der Bundesregierung geplante, befristete Senkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin könnte Autofahrerinnen und Autofahrer zum Nachdenken bringen: Jetzt günstig tanken und Vorräte anlegen? Was in Sachsen-Anhalt erlaubt ist - und warum Experten trotzdem zur Vorsicht raten.

Drohen jetzt Hamsterkäufe?

Die Energiesteuer soll für zwei Monate um rund 17 Cent pro Liter sinken. Danach könnte Tanken wieder teurer werden. Ob das zu Hamsterkäufen führt, ist offen. Fachleute halten größere Vorratskäufe allerdings für wenig sinnvoll - auch wegen Sicherheitsrisiken und unsicherer Preisentwicklung. 

Darf ich Benzin und Diesel in meiner Garage lagern?

Ja, aber nur in begrenztem Umfang. Laut Garagenverordnung in Sachsen-Anhalt gilt: In Mittel- und Großgaragen dürfen brennbare Stoffe außerhalb von Fahrzeugen grundsätzlich nicht aufbewahrt werden.

In sogenannten Kleingaragen - also Garagen mit bis zu 100 Quadratmetern Fläche - ist die Lagerung erlaubt, allerdings begrenzt:

bis zu 200 Liter Dieselbis zu 20 Liter Benzin

Voraussetzung ist, dass die Kraftstoffe in dicht verschlossenen und bruchsicheren Behältern gelagert werden.

In welchen Kanistern darf Kraftstoff gelagert werden?

Generell müssen Diesel und Benzin aus Sicherheitsgründen immer in dafür zugelassenen, luftdichten und bruchsicheren Reservekraftstoff-Kanistern (RKK) gelagert werden. Diese sind an ihrer RKK-Zulassung und dem Flammsymbol erkennbar. Bei falscher Handhabung können giftige Dämpfe austreten oder gar ein explosives Luftgemisch entstehen. Mieter müssen außerdem beachten, dass viele Vermieter die Lagerung aus Brandschutzgründen in der Hausordnung untersagen.

Warum ist bei Diesel mehr erlaubt als bei Benzin?

Der Grund liegt in der unterschiedlichen Entflammbarkeit. Diesel ist deutlich schwerer entzündlich als Benzin und gilt daher als weniger gefährlich. Trotzdem gelten auch hier strenge Sicherheitsvorschriften.

Lohnt es sich, Kraftstoff auf Vorrat zu lagern?

Eher nicht, sagen Fachleute des TÜV. Wer jetzt größere Mengen einlagert, spekuliert darauf, dass die Preise nach Ablauf der Steuererleichterung deutlich steigen. Ob das passiert, ist jedoch ungewiss.

Zudem entstehen Risiken: Falsch gelagerter Kraftstoff kann gefährliche Dämpfe bilden oder im schlimmsten Fall ein explosives Gemisch erzeugen.

Was sagt das Handwerk zur Steuersenkung?

Die Maßnahme wird grundsätzlich begrüßt - reicht aber aus Sicht der Branche nicht aus. Der Präsident der Handwerkskammer Halle, Thomas Keindorf, erklärt: "Das Handwerk begrüßt jede Maßnahme, die die Belastung der Betriebe durch die extrem stark gestiegenen Treibstoffpreise begrenzt." Zugleich kritisiert er die kurze Dauer: "Da die Auswirkungen des Konflikts am Persischen Golf langfristig sind, ist die Begrenzung der Steuersenkung auf zwei Monate unverständlich."

Fazit

Auch in Sachsen-Anhalt ist das Lagern von Diesel und Benzin nur in Grenzen erlaubt. Wer größere Vorräte anlegen will, muss Sicherheitsregeln beachten - und geht wirtschaftlich ein Risiko ein. Experten raten daher: lieber regelmäßig tanken als in der Garage bunkern.

dpa

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