Die Zwei-Euro-Schwelle ist längst geknackt: Seit die USA und Israel am 28. Februar den Iran angegriffen haben, sind die Spritpreise auch in Deutschland spürbar angestiegen. Das liegt vor allem an der Blockade der Straße von Hormus durch den Iran: Fast 30 Prozent des globalen Rohöls werden durch die Meerenge im Persischen Golf transportiert.
Aus dem Rohöl werden in Raffinerien Benzin und Diesel hergestellt. Wie viel es kostet, wird an Rohstoffbörsen festgelegt. Und wenn eine Knappheit in Aussicht ist – wie aktuell durch den Irankrieg oder nach dem russischen Angriff auf die Ukraine –, werden die Preise häufig schon im Vorhinein erhöht.
Die Bundesregierung will nun dafür sorgen, dass Tankstellen nur noch einmal täglich eine Preissteigerung vornehmen dürfen. Preissenkungen aber sollten jederzeit möglich bleiben, sagte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vergangene Woche. Die Maßnahme soll bis Anfang April beschlossen werden.
Wie lange hält die Sprit-Reserve?
Verbraucherinnen und Verbraucher machen sich derweil Gedanken, wie sie möglichst sparsam mit dem vorhandenen Sprit umgehen können. Aber wie lange hält ein Auto noch durch, wenn es bereits auf Reserve fährt? Das hängt von verschiedenen Faktoren ab: der Strecke, dem Fahrstil, der Beladung des Fahrzeugs und natürlich vom Modell selbst. Die Faustregel: fünf Liter Reserve und 50 Kilometer Restreichweite.
Oft weicht die angezeigte Restkilometerzahl allerdings von der tatsächlich möglichen ab, deshalb sollte man sie nicht bis auf den letzten Kilometer ausreizen – ein leerer Tank kann zur Schädigung der Einspritz- und Kraftstoffpumpe führen. Wer deshalb auch noch auf der Straße liegen bleibt, riskiert zudem einen Punkt in Flensburg und ein Bußgeld. Schließlich sind Fahrerinnen und Fahrer gesetzlich dazu verpflichtet, stets ausreichend Kraftstoff im Tank zu haben.
Um das sicherzustellen, rät der ADAC dazu, den Tank immer etwa ein Viertel gefüllt zu haben und rechtzeitig nachzutanken. Dennoch können Ausnahmesituationen eintreten. Wenn sich der Tank doch mal leert, sollten Sie folgende Reihenfolge beachten:
- Stellen Sie Ihr Auto sicher auf dem Seitenstreifen ab.
- Ziehen Sie eine Warnweste über.
- Stellen Sie ein Warndreieck auf: in der Stadt mit 50 Metern Abstand zum Auto, auf Landstraßen sollten es 100 Meter sein und auf Autobahnen mindestens 150 Meter.
- Rufen Sie eine Pannenhilfe oder einen Automobilclub zu Hilfe.
Benzin bunkern: nur mit Bedacht
Möglichst wenig Auto zu fahren – sofern überhaupt möglich – und auf diese Weise Sprit zu sparen, hilft zwar, dabei muss jedoch beachtet werden, dass ein Fahrzeugtank nicht luftdicht abschließt. Der Treibstoff hält deshalb nur für einige Wochen seine Qualität. In luftdichten Behältnissen lassen sich Benzin und Diesel auch länger einlagern – unter Einhaltung der Bestimmungen, die in Deutschland gesetzlich streng geregelt sind. Wie genau, haben wir hier für Sie aufgeschrieben.
Außerdem sollten Sie wissen, welche Zusatzstoffe Ihr Sprit enthält. Das Additiv Ethanol etwa beeinflusst die Haltbarkeit spürbar. So behält Superbenzin (fünf Prozent Ethanol) ungefähr sechs Monate lang seine Qualität, E10 durch den zehnprozentigen Ethanol-Anteil nur etwa drei Monate. Über diese Ablauffrist sollten Sie nicht hinausgehen: Nach längerer Zeit kann sich Wasser im Kraftstoff anreichern, denn Ethanol zieht Feuchtigkeit aus der Luft. Wenn das passiert, trennen sich Ethanol, Wasser und Benzin voneinander. Schäden am Motor durch Zersetzung und Ablagerungen können die Folge sein.
Unbedingt beachten sollten Sie, dass Benzin als Schadstoff gilt und als solcher entsorgt werden muss, wenn es nicht mehr genutzt wird. Das können Sie etwa am Wertstoffhof oder an gesonderten Stellen machen, auf keinen Fall aber in der Natur, einem Gulli oder dem Ausguss.