Seit Beginn des Irankriegs ist der Schiffsverkehr und damit der Öl- und Gastransport in der Straße von Hormus praktisch zum Erliegen gekommen. Am Sonntag hatte US-Präsident Donald Trump deshalb mit markigen Worten militärische Unterstützung bei der Sicherung der Meerenge eingefordert. Die Nato werde vor einer düsteren Zukunft stehen, sollten die Partner der USA dabei nicht helfen, sagte Trump der „Financial Times“. Sollte es „keine Reaktion geben oder sollte die Reaktion negativ ausfallen, wird dies, denke ich, sehr schlecht für die Zukunft der Nato sein“, führte er aus.
Mehrere Länder, darunter auch Deutschland, haben seitdem klargestellt, für einen derartigen Einsatz nicht zur Verfügung zu stehen. Trump scheinen diese Absagen schwer zu beschäftigen. So war die Sicherung der Straße von Hormus auch am Montagnachmittag bei einem Pressetermin im John F. Kennedy Center in Washington wieder Thema. Und eines, bei dem Trump in seinen Aussagen, inwiefern die USA Hilfe bräuchten und ob Länder bereits in seinem Sinne handelten, teils binnen weniger Minuten wild hin und her hüpfte.
„Werden nicht für uns da sein“ versus „Das ist keine Notlage“
Ein Zusammenschnitt von Trumps widersprüchlichen Zitaten – jeweils mit der Uhrzeit versehen, wann sie gefallen sind – kursiert seit Montagabend im Netz (hier können Sie den Pressetermin in ganzer Länge ansehen).
So sagt Trump im vom Weißen Haus auf Youtube veröffentlichten Video etwa bei Minute 7:30 etwas enttäuscht klingend: „Wenn wir jemals Hilfe brauchen sollten, werden sie nicht für uns da sein. Das weiß ich schon seit langer Zeit.“
Gut 32 Minuten später hört sich der US-Präsident bezüglich der Hilfsbereitschaft anderer Länder dann ganz anders an: „Wir haben einige, die wirklich begeistert sind. Sie sind bereits auf dem Weg“, sagt der 79-Jährige – um einige Sekunden später klarzustellen, dass die USA eigentlich nicht auf Hilfe angewiesen sind. „Das ist keine Notlage. Eine Notlage wäre ein größeres Ding.“
Wenige Sekunden später klingt das dann doch wieder anders: „Wenn wir ihre Minenboote brauchen oder irgendetwas, irgendein Gerät, das sie aufgrund ihrer Situation vielleicht haben. Sie sollten sich darum reißen, uns zu helfen.“
Donald Trump: „Wir möchten, dass sie kommen"
Kurz darauf geht Trump auf die Nachfrage einer Journalistin ein, die wissen will, wie zuversichtlich er sei, dass Frankreich bei der Wiederöffnung der Straße von Hormus helfen werde (im Youtube-Video etwa ab Minute 41:30). Er glaube schon, dass er (gemeint ist der französische Präsident Emmanuel Macron, Anm. d. Redaktion), helfen werde, sagt Trump, um wenig später auszuführen: „Meine Einstellung ist, dass wir niemanden brauchen. Wir sind die stärkste Nation der Welt. Wir haben mit Abstand das stärkste Militär der Welt. Wir brauchen sie nicht.“
Zu Beginn des Pressetermins (bei Minute 5:39) hatte sich der US-Präsident hingegen für Unterstützung durch Verbündete offen gezeigt: „Wir möchten, dass sie kommen und uns mit der Straße (von Hormus) helfen.“
Danach sieht es aktuell allerdings nicht aus.