Tarifkonflikt
Ernährungsindustrie demonstriert in Magdeburg für Westlöhne

Beschäftigte der Ernährungsindustrie demonstrieren auf dem Magdeburger Domplatz für höhere Löhne. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dp
Beschäftigte der Ernährungsindustrie demonstrieren auf dem Magdeburger Domplatz für höhere Löhne. Foto
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Im Tarifstreit der Ernährungsindustrie erhöhen hunderte Beschäftigte in Magdeburg den Druck auf die Arbeitgeber. Streitpunkt bleibt die Angleichung der Ostlöhne an das Westniveau.

Mit einer zentralen Kundgebung auf dem Magdeburger Domplatz haben Beschäftigte der Ernährungsindustrie in Sachsen-Anhalt den Druck in den laufenden Tarifverhandlungen erhöht. Es beteiligten sich hunderte Streikende aus verschiedenen Lebensmittelbetrieben des Landes an der Aktion, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mitteilte. Mit dabei waren unter anderem Beschäftigte der Sektkellerei Rotkäppchen in Freyburg, der Großbäckerei Bonback in Halle sowie der Schwarz-Produktion mit den Werken MEG Leißling, Jessen und Roßbach.

Streit um Ost-West-Angleichung der Löhne

Hintergrund sind Tarifverhandlungen für die gut 3.000 Beschäftigten in 15 Betrieben der Ernährungswirtschaft in Sachsen-Anhalt. Die vierte Verhandlungsrunde war am Montag ohne Ergebnis geblieben. Die NGG fordert einen verbindlichen Plan zur Angleichung der Löhne und Gehälter an das Westniveau. Nach Gewerkschaftsangaben betragen die monatlichen Unterschiede je nach Tarifgruppe teils mehr als 1.000 Euro. Die Arbeitgeber wollten die Lohnangleichung erst in vielen Jahren umsetzen, kritisierte die Gewerkschaft.

Bereits in der vergangenen Woche hatten Warnstreiks nach Angaben der Gewerkschaft zeitweise die Produktion bei Rotkäppchen in Freyburg und beim Getränkehersteller MEG in Jessen lahmgelegt.

Arbeitgeber verweisen auf Angebot über acht Jahre

Die Arbeitgeberseite weist die Vorwürfe zurück. Der Verband der Ernährungswirtschaft (VdEW) erklärte, in der vierten Verhandlungsrunde ein "weitreichendes Angebot" vorgelegt zu haben. Dieses sehe eine schrittweise Angleichung der Löhne an das Westniveau innerhalb von acht Jahren vor. Die Löhne sollten dabei insgesamt um mindestens 35 Prozent steigen.

Konkret bieten die Arbeitgeber nach eigenen Angaben für 2026 eine Erhöhung um vier Prozent in zwei Schritten an. Ab 2027 sollen sich die Erhöhungen an Tarifabschlüssen in Niedersachsen orientieren, ergänzt um einen zusätzlichen Angleichungsbetrag.

dpa

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