Parallel zu einer Großübung der sächsischen Bergwacht des Deutschen Roten Kreuzes Dresden in der Sächsischen Schweiz ist es am Sonntag zu einem tatsächlichen Notfall gekommen: Nur wenige Kilometer vom Übungsort am Rauenstein entfernt ist eine 23-jährige Kletterin verunglückt, sagte Einsatzleiter Matthias Gathmann der Deutschen Presse-Agentur. Die Frau war an der "Bärensteinnadel", einem der zahlreichen frei stehenden Gipfel der Sächsischen Schweiz, beim Aufstieg abgerutscht und in die Tiefe gestürzt. Sie hatte Glück im Unglück: Eine der Sicherungsschlingen, die sie beim Aufstieg gelegt hatte, hat ihren Absturz aufgehalten. "Sie ist etwa fünf bis acht Meter geflogen und dann mit dem Kopf gegen die Felswand geprallt", schildert Gathmann weiter. Die beiden Begleiter der Frau hatten sie zunächst von der Wand herabgelassen und die Rettungskräfte verständigt. Sie wurde nach ihrer Bergung per Hubschrauber in ein Krankenhaus in Dresden gebracht.
Retter der Bergwacht waren für Großübung vor Ort
Rund 40 Rettungskräfte der Bergwacht Dresden bereiten sich in der Sächsischen Schweiz an diesem Wochenende auf die bevorstehende Saison vor. Sie trainieren seit Freitag an verschiedenen Stationen am Rauenstein Hilfs- und Einsatztechniken zur Sicherung von Personen und zur Rettung verunfallter Kletterer, sagte der Leiter der Dresdner Bergwacht, Jost Bähne.
Mehrere Übungen sollen "komplexe Einsatzszenarien" nachstellen, so Bähne. Das schwierigste Szenario sei die Rettung verunglückter Personen aus Felsspalten, da hier der "komplexe Seilaufbau" in der richtigen Reihenfolge besonders anspruchsvoll sei. "Das kann durchaus eine Stunde dauern, bis alle Seile fix sind und alles klappt." Einige Einsatzkräfte der Bergwacht spielen in den fiktiven Notsituationen verunglückte Personen.
Insgesamt gab es im vergangenen Jahr habe 148 Einsätze der Bergwachten in der Sächsischen Schweiz, so der Leiter der Dresdner Bergwacht Bähne. Darunter seien 100 Wanderunfälle, 18 Kletterunfälle und vier Einsätze wegen medizinischer Notfälle gewesen. In 43 Fällen war der Hubschrauber im Einsatz. Sieben Menschen sind tödlich verunglückt.