Polizeieinheiten der sächsischen Landes- und der Bundespolizei sowie Beamte und Beamtinnen aus Polen und Tschechien haben in Zittau einen grenzübergreifenden Einsatz im Rahmen einer großangelegten Übung geprobt. Unter Leitung der Polizeidirektion Görlitz spielten fünf beteiligte Polizeieinheiten aus drei Ländern ein fiktives Ermittlungsverfahren gegen eine Schleusergruppe durch, die Waffen und Geld über die Grenzen bringt.
Geübt wurden zwei Szenarien mit Fluchtfahrzeugen und anschließenden Festnahmen, zunächst im tschechischen Hrádek nad Nisou, später auf deutschem Gebiet bei Zittau. Dabei sollten die fiktiven Schleuser unter anderem eine Kontrollstelle mit ihrem Fahrzeug durchbrechen und über einen "Nagelgurt" fahren, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. "Straftäter machen an Grenzen keinen Stopp", sagte der Görlitzer Polizeisprecher Kai Siebenäuger am Rande der Übung.
Übung mit fünf Polizeieinheiten
Insgesamt waren nach Angaben Siebenäugers fünf Polizeieinheiten aus den drei beteiligten Ländern vor Ort – von regulären Streifen über Bereitschaftspolizei bis zu Kräften, die Täter oder Beobachter spielen. Im Mittelpunkt stehe die Verfolgung Verdächtiger über die Landesgrenzen hinweg.
Getestet wurden dabei laut Siebenäuger vor allem rechtliche Grundlagen, Kommunikationswege und das Zusammenspiel der Einsatzkräfte, die im Alltag bereits in gemeinsamen Streifen im Grenzraum unterwegs sind. Das sogenannte "Nacheilen" komme zwar "relativ häufig" vor, wenn es um schwerere Delikte wie Gewalttaten oder wie in der aktuellen Übung um die Aktivitäten von Schleusern gehe. Es sei aber kein Tagesgeschäft, sagte Siebenäuger.