Schülergesundheit
Verband: Mehr Förderung für Schulen mit hohem Armutsanteil

Der Vorsitzende des Landesverbands Tim Reukauf findet die Ergebnisse der Studie wenig überraschend. (Archivbild) Foto: Bodo Scha
Der Vorsitzende des Landesverbands Tim Reukauf findet die Ergebnisse der Studie wenig überraschend. (Archivbild) Foto
© Bodo Schackow/dpa
Volle Lehrpläne und Personalmangel: Warum gerade Schulen mit vielen Kindern aus ärmeren Haushalten aus Sicht des Lehrerverbands mehr Förderung brauchen.

Wegen psychischer Belastung von Schülerinnen und Schülern pocht der Thüringer Lehrerverband darauf, Schulen mit vielen Schülern aus ärmeren Haushalten besser zu unterstützen. Das könnte über Sonderförderprogramme funktionieren, teilte der Verband mit. Zudem müsste das schulpsychologische und sozialpädagogische System deutlich ausgebaut und mehr Fortbildungen für Lehrkräfte ermöglicht werden.

"Auch in Thüringen sehen wir täglich, wie stark Armut und fehlende Unterstützungssysteme den Bildungserfolg gefährden", sagte der Vorsitzende des Landesverbands Tim Reukauf. "Volle Lehrpläne, hoher Leistungsdruck und massive Personallücken lassen kaum Raum für pädagogisches Miteinander. Das ist nicht die Schuld der Lehrkräfte, sondern Ergebnis politischer Versäumnisse."

Studie sieht steigende psychische Belastung bei Schülern

Der Verband reagiert mit den Forderungen auf eine neue Studie. Dem jüngst in Stuttgart veröffentlichten Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung zufolge, zeigen Schülerinnen und Schüler in Deutschland vermehrt Hinweise auf psychische Auffälligkeiten.

Demnach fühlten sich 2025 ein Viertel der befragten Schülerinnen und Schüler psychisch belastet. 2024 hatte der Wert noch bei 21 Prozent gelegen. Stark betroffen sind der Studie zufolge Kinder und Jugendliche aus Familien mit sehr niedrigem Einkommen.

Was kann helfen?

Als mögliche Gründe für den Anstieg der psychischen Belastung nennen die Studienautoren Leistungsdruck in der Schule, Sorgen um die eigene Zukunft, Ängste wegen Kriegen und Krisen sowie ein leichterer Zugang zu möglicherweise belastenden Informationen in sozialen Netzwerken. Die Studienautoren sehen guten Unterricht und Mitbestimmung für Schüler als Faktoren, um die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinder zu verbessern.

dpa