Thüringer Technologiekonzern
Halbeiterindustrie füllt Auftragsbücher von Jenoptik

Guter Start der Jenoptik AG ins Geschäftsjahr 2026. (Symbolbild) Foto: Michael Reichel/dpa
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Jenoptik ist eines der umsatzstärksten börsennotierten Unternehmen in Ostdeutschland. Vergangenes Jahr war turbulent, der Start ins Geschäftsjahr 2026 verlief vielversprechender.

Gut gefüllte Auftragsbücher und mehr Gewinn: Der Vorstand des Thüringer Technologiekonzerns Jenoptik blickt dank gestiegener Bestellungen aus der Halbleiterindustrie zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr. Es gebe seit Jahresbeginn eine "sehr dynamische Nachfrage", erklärte Finanzvorständin Prisca Havranek-Kosicek bei der Vorlage der Zahlen für das erste Quartal. Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bestätigte sie die Geschäftsprognose. 

"Auch wenn sich diese sehr hohe Dynamik voraussichtlich so nicht fortsetzen wird, haben wir damit eine gute Basis für ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2026", so die Finanzchefin. Das vergangene Jahr war für Jenoptik turbulent - der Gewinn brach ein und es musste ein neuer Vorstandschef gesucht werden. 

Jenoptik verdient mehr Geld 

Während sich der Umsatz im ersten Quartal mit 241,2 Millionen Euro knapp unter dem Vorjahresniveau bewegte, verbesserte sich der Ertrag deutlich. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg um rund 53 Prozent auf 25,9 Millionen Euro. Unter dem Strich stand ein Quartalsgewinn von 16,8 Millionen Euro nach 9,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Jenoptik gehört mit weltweit rund 4.000 Beschäftigten zu den wenigen börsennotierten Technologieunternehmen in Ostdeutschland. Nach mehrjähriger Pause wurde das Unternehmen kürzlich wieder in den MDax der Frankfurter Börse aufgenommen. Das Kerngeschäft umfasst optische Systeme, Laser und Messtechnik für industrielle Anwendungen sowie Technologien für die Verkehrsüberwachung.

Beim Auftragseingang verbuchte das Jenaer Unternehmen im ersten Quartal ein deutliches Plus von rund 74 Prozent auf 356,9 Millionen Euro. Dazu habe vor allem der Halbleiterbereich mit einem Großauftrag beigetragen - Jenoptik liefert Ausrüstungen für die Chipindustrie. 

Neuer Vorstandschef erst im Herbst 

Erwartet wird für das laufende Geschäftsjahr eine Umsatz- und Ertragsverbesserung. 2025 hatte der Konzernumsatz rund 1,05 Milliarden Euro betragen. In der für Jenoptik wichtigen Halbleiterausrüstungsindustrie rechnet der Vorstand wegen massiver Investitionen in Datencenter mit einer weiterhin positiven Entwicklung. 

Jenoptik soll nach dem überraschenden Abgang von Vorstandschef Stefan Traeger im vergangenen Jahr einen neuen Chef bekommen. Spätestens im Oktober wird der Physiker Dominic Dorfner nach Unternehmensangaben neuer Vorstandsvorsitzender der Jenoptik AG.

dpa

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