Leuchtend gelbe Sommerboten, die ganze Felder bedecken: Die Anbaufläche für Sonnenblumen wächst in Thüringen weiter. In diesem Jahr bauen die Landwirte sie voraussichtlich auf 11.500 Hektar Ackerfläche an. Das entspricht einem Zuwachs von knapp drei Viertel im Vergleich zum vergangenen Jahr, wie das Statistische Landesamt in einer ersten Hochrechnung erfasst hat. Demnach wächst die Sonnenblumen-Anbaufläche um rund 4.900 Hektar.
Damit setzt sich ein seit Jahren zu beobachtender Trend fort, der nach Angaben des Thüringer Bauernverbandes viel mit dem Klimawandel zu tun hat. Zudem brächten sie den Bauern gute Erlöse, sagte eine Verbandssprecherin. "Sonnenblumen sind eine Kultur, die wenig Ansprüche an den Boden hat und auch mit Trockenphasen gut zurechtkommt." Durch ihr tief reichendes Wurzelwerk benötigten sie weniger Niederschlag. Die ölhaltigen Kerne werden beim Drusch im Herbst geerntet.
Auch Dinkel-Anbaufläche vergrößert
Insgesamt haben die Landwirte den Statistikern zufolge in diesem Jahr rund 339.000 Hektar Getreide angebaut, etwa 1.100 Hektar mehr als 2025. Mais ist hier nicht berücksichtigt. Wichtigste Getreideart ist Winterweizen, der auf 178.700 Hektar heranwächst. Wintergerste folgt auf 74.700 Hektar. Die Urweizenart Dinkel steht auf 14.100 Hektar im Feld. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Dinkel-Anbaufläche um drei Viertel beziehungsweise 6.000 Hektar gewachsen.
Roggen wurde auf 6.300 Hektar gedrillt, Sommerweizen auf 4.400 Hektar und die für das Bierbrauen wichtige Sommergerste auf 6.900 Hektar. Im Kloßland Thüringen wird zudem eine Kartoffelanbaufläche von rund 1.800 Hektar erwartet.