Familiendrama Mit 15 reiste seine Tochter zum IS nach Syrien. Über die verzweifelte Suche nach Leonora

Tochter beim IS: Vater Maik Messing spricht über den Kampf um sie
Maik Messing, 47, mit einem Porträt seiner Tochter ­Leonora. Nun, nach ihrer Flucht aus dem IS-Gebiet, lebt sie in einem Haftlager im Nordosten Syriens.
© Philipp Spalek/stern
Sie tanzte als ­Funkenmariechen. War Klassen­sprecherin. Und zog dann in den Islamischen Staat. Vater Maik Messing kämpfte viereinhalb Jahre um das Leben seiner Tochter Leonora, die heute wieder in Deutschland lebt. Mit dem stern spricht Messing 2019 über die Verführung Leonaras und seine Vaterliebe. 

"Gott sei Dank hat sie den Koffer nicht vergessen." Das ist Maik Messings erster Gedanke, als er neben den Fußstapfen die Spuren der Rollen im Schnee vor dem Haus sieht an diesem Morgen Anfang März, er kommt vom Schichtende in der Backstube. Tage zuvor hatte er den Koffer extra vom Speicher geholt, für die Theateraufführung in der Schule, wie er da noch dachte. Doch Leonora, Neuntklässlerin aus Breitenbach, einem 200-Seelen-Dorf im Südharz, ist nicht in der Schule. Sie wird auch das Wochenende nicht wie geplant bei ihrer Mutter verbringen, die in einem Nachbardorf lebt, seit Jahren schon von ihm getrennt.

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