Rubischne Vor der russischen Invasion lebten hier 600 Menschen, jetzt sind es noch acht. Besuch in einem ukrainischen Geisterdorf

Sergej Lymanskij und Swetlana Sumzowa in ihrem Wohnzimmer
Sergej Lymanskij und Swetlana Sumzowa harren in Rubischne in der Ukraine aus
© Johanna Maria Fritz / Agentur Os
Erst kam der  Krieg und nun die Kälte. Doch einige Menschen lassen sich einfach nicht vertreiben. Von einer Schicksalsgemeinschaft der Ausharrenden und der Einsamkeit im Winter.

Zwischen den zerschossenen Häusern in der Hauptstraße von Rubischne weht ein eisiger Wind. Abgerissene Stromleitungen baumeln von den Masten. Dutzende Birken, einst die Zierde des Dorfes, stehen umgeknickt an der Straße, daneben liegen Gartenzäune, geborsten und zersplittert. Eine gespenstische Stille hallt in den Ohren. Weit und breit ist kein Mensch zu sehen.

Nur in einer Seitenstraße steigt Rauch aus einem Schornstein. Ein älterer Mann verteilt im Hof eines halb zerstörten Hauses Futter an ein paar Katzen. Er geht weiter, versorgt hier ein paar Hühner, dort Kaninchen, es sind die Tiere seiner Nachbarn. "Sie sind alle weg, hier gibt es keinen Strom und kein Gas", sagt Oleg Jewstignejew. "Hier gibt es nur den Winter."

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