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Monatslinsen im Check: "Ökotest" prüft Kontaktlinsen - Rossmann-Produkt "mit deutlichen Mängeln"

"Ökotest" hat neun weiche Monatslinsen geprüft - mit positivem Ergebnis: Sieben schneiden "gut" oder "sehr gut" ab. Zwei Linsen sind nicht empfehlenswert, darunter die Eigenmarke einer großen Drogeriekette.

Ökotest prüft Monatskontaktlinsen

Die Schlusslichter des aktuellen "Ökotest"-Testberichts

Weiche Kontaktlinsen sollen Fehlsichtigkeit korrigieren und sich angenehm im Auge anfühlen. Die Zeitschrift "Ökotest" hat neun weiche Monatslinsen gekauft und im Labor prüfen lassen, darunter drei mit UV-Schutz. Lassen sie genügend Sauerstoff durch? Schützen sie das Auge vor UV-Strahlen? Und wie sieht es mit kritischen Inhaltsstoffen in der Aufbewahrungsflüssigkeit, etwa dem Pufferstoff Bor, aus?

Die Tester ziehen ein positives Fazit: Fünf Linsen schneiden "gut" ab, zwei sogar "sehr gut". Zwei Linsen fallen jedoch mit Mängeln auf - sie werden mit "ausreichend" und "mangelhaft" bewertet.

Der Testsieger ist gleichzeitig das günstigste Produkt im Check: Die Monatslinse Biofinity des Herstellers Cooper Vision kostet 3,75 Euro je Linse. Sie teilt sich den ersten Platz mit der "Air Optix Plus Hydra Glyde" (Hersteller Alcon Pharma). Auch sie schneidet "sehr gut" ab. Zu einem Preis von 5,26 Euro je Linse ist sie allerdings nicht ganz so erschwinglich wie die Biofinity.

Ökotest prüft Monatslinsen: Zwei Linsen lassen zu wenig Sauerstoff ans Auge

Eines der wichtigsten Kriterien im Test ist die Sauerstoffdurchlässigkeit der Linsen. In der Hornhaut des Auges befinden sich Zellen, die auf den Stoff angewiesen sind, um Flüssigkeit ins Augeninnere pumpen zu können. Werden die Augen durch die Linsen versiegelt, drohen im schlimmsten Fall Schädigungen - bis hin zum Aufquellen der Hornhaut.

Die "Best View Weiche Monatslinse" von Rossmann (4,99 Euro/Linse) zeigt im Labortest deutliche Mängel. "Sie blieb unter dem Wert, der laut Studien als Minimalanforderung gilt", schreibt "Ökotest". Die Linse schneidet daher "mangelhaft" ab.

Auch die "Eyelike Monats Kontaktlinse" (4,95 Euro/Linse) schwächelt in puncto Sauerstoffdurchlässigkeit. Sie erreicht im Labortest zwar bessere Werte, liegt aber ebenfalls nicht im optimalen Bereich. Das Testurteil: "ausreichend". Gesundheitliche Risiken sind aber wohl bei beiden Produkten nicht zu erwarten. Anwender sollten allerdings auf eine kürzere Tragezeit achten, rät "Ökotest".

UV-Schutz mit Schwächen

Drei Linsen loben einen UV-Schutz aus, darunter die zwei Schlusslichter von Eyelike und Best View. Sie können die Werte der höchsten Schutzklasse nach Kontaktlinsennorm nicht halten. Die Linse "Acuvue Vita 1-Month Replacemnet" hält die Vorgaben ein. Die Tester empfehlen dennoch, sich nicht allein auf den Schutz der Linsen zu verlassen, da Kontaktlinsen nur die Pupille und Teile der Iris abschirmen. Der Rest des Auges ist den Strahlen weiterhin ausgeliefert. Eine Sonnenbrille schützt dagegen das gesamte Auge.

In sechs Produkten entdeckt "Ökotest" den Pufferstoff Bor (Borsäure/Borate). Er steckt in der Aufbewahrungsflüssigkeit der Linsen und soll für einen stabilen pH-Wert sorgen. Der Inhaltsstoff steht in der Kritik, weil er in Tierversuchen ungeborene Nachkommen tötete und unfruchtbar machte. 

Im Test zeigte sich: Kaum ein Hersteller gibt die Inhaltsstoffe der Flüssigkeit auf der Verpackung an. Nur zwei Anbieter weisen auf enthaltenes Borat hin. Dass es auch ohne den kritischen Inhaltsstoff geht, zeigen die zwei Testsieger. Sie sind frei von Bor. 

Den vollständigen Test können Sie gegen Gebühr hier lesen.

Kontaktlinsen verwenden - so geht es richtig

ikr
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