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Rätselhafte Virenerkrankung Augengrippe in Bonn - wie gefährlich ist die Krankheit?

Ein Mann hat eine Bindehautentzündung.
Die Augen sind gerötet und geschwollen: Adenoviren können die sogenannte "Augengrippe" auslösen
© Bastun/GettyImages
In Bonn breitet sich die sogenannte Augengrippe aus: Was versteht man darunter? Woran erkennt man sie? Und wie schützt man sich vor ihr? Wichtige Fragen und Antworten im Überblick.

In Bonn grassiert die Augengrippe: Mehr als 100 Fälle wurden dem dortigen Gesundheitsamt nach Angabe des Bonner "General-Anzeigers" in den letzten zwei Wochen gemeldet. Verantwortlich für die Bindehautentzündung sind hochansteckende Adenoviren. Sie können nach Angabe der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zahlreiche Krankheiten auslösen, unter anderem Erkrankungen der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts. Am häufigsten seien jedoch Infektionen am Auge.

Wie macht sich die Augengrippe bemerkbar und wie kann man sich vor ihr schützen? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick. 

Welche Symptome deuten auf eine Augengrippe hin?

Die Augengrippe ist nicht mit der echten Grippe zu verwechseln, die Symptome unterscheiden sich stark. Wer sich die Augengrippe eingefangen hat, zeigt Symptome einer Bindehautentzündung: Eines oder beide Augen sind gerötet, sie tränen, jucken und reagieren empfindlich auf Licht. Zudem schwillt die Augenbindehaut an, manchmal auch das Augenlid. Betroffene berichten über ein Fremdkörpergefühl im Auge. Bei einigen Patienten breitet sich die Infektion auf die Hornhaut aus. Meist klingen die Symptome nach zwei bis vier Wochen von selbst ab. Nur selten bleiben dauerhafte Schäden zurück, etwa eine Verschlechterung des Sehvermögens.

Eine echte Grippe wird durch das Influenzavirus ausgelöst. Sie äußert sich durch hohes Fieber, Abgeschlagenheit, Husten und Gliederschmerzen.

Wie neu ist das Ganze?

Überraschend ist der aktuelle Ausbruch in Bonn nicht. Bereits in der Vergangenheit kam es zu Ausbrüchen der Augengrippe, die lokal begrenzt waren. Das Robert-Koch-Institut berichtet etwa über eine Häufung von Fällen im Ruhrgebiet im Jahr 2011: Dort erkrankten Ende des Jahres 207 Menschen an der Augengrippe. Fast alle Patienten hatten sich durch den Besuch einer Bottroper Augenklinik angesteckt.

Ist eine Bindehautentzündung zwingend eine Augengrippe?

Nicht unbedingt. Eine Bindehautentzündung kann auch durch Bakterien und Chlamydien ausgelöst werden. Sind Adenoviren der Übeltäter, handelt es sich um eine meldepflichtige Krankheit. Zur Abklärung der Ursache ist in jedem Fall der Gang zum Augenarzt erforderlich.

Welche Möglichkeiten der Therapie gibt es?

Die Symptome der Augengrippe können durch Medikamente gelindert werden, eine ursächliche Therapie gibt es jedoch nicht.

Wie kann man sich anstecken?

Nach Angabe der BZgA werden die Erreger meist über Hände verbreitet, an denen Viren haften. Reiben sich Erkrankte an den Augen, können sie die Keime weitergeben, entweder durch Händeschütteln oder indirekt durch Gegenstände, die sie berühren. Die Viren können beispielsweise an Türklinken, Handläufen oder Handtüchern kleben bleiben und dort tagelang überleben. Berühren andere Menschen diese Gegenstände und reiben sich im Anschluss im Gesicht, können sie sich mit der Augengrippe anstecken.

Wie kann man sich vor der Augengrippe schützen?

Grundsätzlich ist es immer sinnvoll, sich regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife zu waschen – das gilt insbesondere in der Grippe- und Erkältungssaison. Tritt die Augengrippe im nahen Umfeld auf, rät die BZgA zu weiteren Vorsichtsmaßnahmen: Halten Sie sich nach Möglichkeit von Erkrankten fern und teilen Sie keine Gegenstände, an denen Keime haften können, etwa Handtücher, Fotoapparate, Schminkstifte, Cremes oder Augentropfen. Achten Sie auf eine gründliche Hygiene und verwenden Sie Desinfektionsmittel, sofern der behandelnde Arzt das empfohlen hat. Wichtig ist, dass diese auch gegen Viren wirksam sind.

Wie sollten sich Erkrankte verhalten?

Versuchen Sie, nicht Ihre Augen zu berühren und waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife. Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs sollten vorübergehend nur von Ihnen allein verwendet werden, etwa Handtücher, Waschlappen und Cremes. Die BZgA rät Erkrankten außerdem dazu, zuhause zu bleiben und öffentliche Plätze zu meiden. Dazu zählt die Arbeitsstelle, der Besuch von Schulen oder öffentliche Badeanstalten und Saunen. So soll vermieden werden, dass sich die Erreger weiter ausbreiten.

ikr

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