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Erkrankung von Ben Stiller: Prostatakrebs – Was Männer wissen sollten

Ben Stiller bekam vor zwei Jahren die Diagnose Prostatakrebs gestellt. In einem Interview sprach er nun erstmals über seine Erkrankung. Was sind die Symptome? Und wie häufig tritt Prostatakrebs auf? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Ben Stiller bei einer Filmpremiere

Bekam vor zwei Jahren die Diagnose Prostatakrebs: US-Schauspieler Ben Stiller

Ben Stiller litt an Prostatakrebs – das verriet er in einem Interview mit einem US-Radiosender. Die Diagnose bekam er bereits vor zwei Jahren. Stiller war damals 48 Jahre alt. "Es kam aus heiterem Himmel. Ich hatte keine Ahnung", sagte der US-Schauspieler in der "Howard Stern Show".

Stiller erklärte, er habe durch eine Früherkennungsmethode, den sogenannten PSA-Test, von seiner Erkrankung erfahren und sei nach einer Operation für geheilt erklärt worden. 

Was genau versteht man unter einer Prostata? Welche Symptome ruft ein Karzinom hervor? Und welche Formen der Behandlung gibt es? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Was genau versteht man unter der Prostata?

Prostata ist der Fachbegriff für die sogenannte Vorsteherdrüse. Sie hat in etwa die Größe und Form einer Rosskastanie und umschließt bei Männern den oberen Abschnitt der Harnröhre. Die Prostata spielt eine wichtige Rolle für die Fortpflanzung: Ihre Drüsen bilden ein flüssiges Sekret, das sich mit den Samenzellen vermischt und für deren Beweglichkeit sorgt. Beim Orgasmus ziehen sich die Muskelfasern der Prostata zusammen und entleeren das Sekret in die Harnröhre.

Wie häufig ist Prostatakrebs?

Nach Angaben des Krebsinformationsdienstes ist Prostatakrebs die häufigste Tumorart bei Männern in Deutschland. Die Zahl der Neuerkrankungen ist leicht gestiegen und lag zuletzt bei jährlich rund 63.700 Fällen. Im Vergleich dazu hat sich die Sterberate jedoch nicht verändert und ist gleichbleibend gering: Im Jahr 2012 starben rund 13.000 Patienten an der Krebsform.

Die Gründe für diesen Unterschied sind noch nicht letztlich geklärt. Experten vermuten dafür aber zwei Ursachen:

  • Aufgrund der steigenden Lebenserwartung werden Männer immer älter. Mit zunehmendem Alter steigt jedoch auch das Risiko für einen Tumor der Prostata. Wird Prostatakrebs bei älteren Männern diagnostiziert, muss das nicht zwingend die Lebenserwartung verkürzen. Häufig kommt es vor, dass Männer zwar mit einem Prostatatumor sterben, jedoch nicht am Krebs selbst.
  • Immer mehr Menschen nutzen Screeningmethoden zur Früherkennung. Doch dabei werden unter Umständen auch Tumoren diagnostiziert, die sonst unbemerkt geblieben wären und keine Beschwerden verursacht hätten.

Was sind die Symptome?

Ein Tumor der Prostata verursacht nur selten Symptome. Hinweise können jedoch Probleme beim Wasserlassen oder Blut im Urin sein. Nicht immer ist dann jedoch ein Karzinom der Auslöser. Die Symptome können auch durch eine Infektion oder eine gutartige Vergrößerung der Prostata hervorgerufen werden. Generell ist es jedoch wichtig, Auffälligkeiten mit einem Arzt abzuklären.

Welche Möglichkeiten der Früherkennung gibt es?

Für Männer ab 45 Jahren zahlen die Krankenkasse einmal jährlich eine Vorsorgeuntersuchung. Dabei erkundigt sich der Arzt zunächst nach möglichen Beschwerden und untersucht im Anschluss den Genitalbereich und die Lymphknoten der Leiste. Im Anschluss führt er einen Finger in den Enddarm ein und untersucht die Prostata: Ist sie vergrößert, sind Knoten spürbar? Der Nachteil dieser Methode ist, dass nur oberflächliche und größere Tumoren ertastet werden können. Kleinere Tumoren bleiben unter Umständen unentdeckt.

Eine weitere Möglichkeit der Früherkennung ist der PSA-Test. Der Nutzen dieser Untersuchung ist jedoch nicht zweifelsfrei belegt. Daher wird der PSA-Test zur Früherkennung nicht von den Kassen bezahlt und ist auch nicht Teil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms. 

Unter dem Kürzel PSA versteht man das sogenannte Prostata-spezifische Antigen. Das Eiweiß wird von der Prostata gebildet und tritt in geringen Mengen auch ins Blut über. Ist der PSA-Wert im Blut erhöht, ist das ein Hinweis für Veränderungen der Prostata, möglicherweise ist sie entzündet. Ein erhöhter Wert kann jedoch auch ein Hinweis auf einen Tumor sein. Finden sich über einen längeren Zeitraum erhöhte Werte im Blut, raten Ärzte meist zu einer Gewebeentnahme, einer sogenannten Biopsie. Sie soll klären, ob tatsächlich ein Tumor vorliegt. 

Fakt ist: Ein einziger auffälliger Wert reicht für einen Krebsverdacht nicht aus. Grundsätzlich ist der PSA-Test störanfällig: Entzündungen, aber auch bereits das Betasten der Prostata, können den Wert im Blut erhöhen. Unter Umständen werden durch den Test auch Tumoren diagnostiziert, die sonst ein Leben lang unbemerkt geblieben wären und keine Beschwerden verursacht hätten. Ein auffälliger PSA-Befund kann eine Operation nach sich ziehen, die mit erheblichen Risiken verbunden ist, etwa Impotenz.

Das Für und Wider der Untersuchung muss daher genau abgewogen werden, am besten im Gespräch mit dem Arzt.

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

In einem frühen Erkrankungsstadium kann es nach Angaben des Krebsinformationsdienstes sinnvoll sein, zunächst überhaupt nicht zu behandeln. Patienten müssen sich jedoch regelmäßigen Untersuchungen beim Arzt unterziehen, bei denen das Entwicklungsstadium des Tumors beobachtet wird. Wächst der Tumor weiter oder steigt der PSA-Wert, kommen eine Operation oder verschiedene Formen der Bestrahlung infrage. In einem fortgeschrittenen Erkrankungsstadium können sich eine Hormon- oder eine Chemotherapie anschließen.  Die relative 5-Jahres-Überlebensrate für Prostatakrebs ist hoch – sie liegt bei rund 93 Prozent. 

ikr

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