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Neue Corona-Mutation Omikron: Virologe Drosten ist "ziemlich besorgt" und befürchtet "Immunfluchtmutante"

Virologe Christian Drosten blickt besorgt auf die neue Corona-Variante Omikron
Virologe Christian Drosten blickt besorgt auf die neue Corona-Variante Omikron
© Fabrizio Bensch / DPA
Viele Experten sind von der neuen Coronavirusvariante alarmiert. Auch Christian Drosten befürchtet, dass Omikron die wachsenden Probleme in Deutschland zusätzlich verschlimmern könnte.

Steigende Inzidenzen, sich füllende Intensivstationen in den Krankenhäusern im ganzen Land: Die Corona-Lage in Deutschland spitzt sich von Tag zu Tag zu. Und mitten in die eskalierende vierte Welle platzen Nachrichten von einer neuen Virusvariante, die Experten weltweit beunruhigt. Auch Deutschlands wohl bekanntester Virologe Christian Drosten zeigt sich ob der ersten Informationen zu Omikron alarmiert. "Ich bin schon ziemlich besorgt im Moment", sagte Drosten am Sonntagabend im ZDF-"heute journal". Man wisse nicht allzuviel über die neue Variante. Berichte über milde Verläufe hätten noch nicht sehr viel Substanz angesichts von nur gut 1000 Fällen. Hier müsse man die klinischen Verläufe abwarten.

Man sehe aber, dass sie häufig bei jungen Leuten in Südafrika auftauche und auch Menschen betreffe, die eine Erkrankung schon hinter sich haben. Er habe die Sorge, dass man die erste wirkliche "Immunfluchtmutante" vor sich habe. Auch könne man noch nicht sagen, wie sich die Variante hierzulande verhalte, wo viele Menschen geimpft seien. "Keiner kann im Moment sagen, was da auf uns zukommt. Das Einzige, was man wirklich mit Sicherheit sagen kann ist: Es ist besser, wenn man geimpft ist. Es ist noch besser, wenn man geboostert ist", sagte Drosten. Die verfügbaren Impfstoffe würden gegen einen schweren Krankheitsverlauf wohl schützen.

Christian Drosten: Situation kaum modellierbar

Drosten sprach ferner von einer "etwas unwägbaren Situation" mit Blick auf 2G- oder 3G-Regeln in Deutschland. Man habe damit keine Erfahrung in einer Winterwelle. Die Situation könne auch kaum noch jemand modellieren. Drosten riet der Politik, genau auf die verschärften Regeln etwa in den Hotspots Sachsen, Bayern und Österreich zu achten. Hier sehe man langsam erste Effekte. Drosten verwies etwa auf einen rückläufigen R-Wert in Bayern in Richtung 1. Der R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt - und damit, wie schnell sich ein Virus ausbreitet. Man müsse aber auf 0,7 kommen, um absehbar die Fallzahlen so zu senken, dass es zur Entspannung auf Intensivstationen führe.

Als eine positive Nachricht wertete Drosten auch, dass der Anteil von Infizierten, die beatmet werden müssen, zurückgeht. Das zeige, dass Booster-Impfungen langsam greifen. Der Prozess sei aber schleppend. Es kämen aber weiter Leute auf die Intensivstation. "Und das ist schrecklich", sagte Drosten.

Omikron: Südafrika-Urlauber über die Corona-Situation vor Ort

Sehen Sie im Video: Vor wenigen Tagen wird die neue – vermutlich hochansteckende – Coronamutation Omikron in Südafrika entdeckt. Viele Staaten kappen Flugverbindungen und isolieren das Land. Doch wie ist die Situation vor Ort? Südafrika-Tourist Torralf Köhler gibt Einblicke im stern-Interview.

fin DPA

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