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Pandemie in Deutschland Inzidenz steigt weiter: RKI registriert mehr als 133.000 Corona-Neuinfektionen

Eine Mitarbeiterin einer Teststation nimmt einen Abstrich
Eine Mitarbeiterin einer Teststation nimmt einen Abstrich. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland liegt am Donnerstag bei 638,8.
© Hauke-Christian Dittrich / DPA
Am Donnerstag wurden beim Robert-Koch-Institut 133.536 Corona-Neuinfektionen registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz knackte erstmals die 600er-Marke. Gesundheitsminister Lauterbach rechnet bis Mitte Februar mit mehreren Hunderttausend Neuinfektionen am Tag.

Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland schießen immer weiter in die Höhe. Die vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete bundesweite 7-Tage-Inzidenz hat erstmals die Schwelle von 600 überschritten. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 638,8 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 584,4 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 427,7 (Vormonat: 280,3). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 133.536 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.01 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 81.417 Ansteckungen.

Experten rechnen mit immer mehr Fällen, die nicht erfasst werden können, unter anderem, weil Labore und Gesundheitsämter zunehmend an Kapazitätsgrenzen geraten.

Lauterbach rechnet mit Hunderttausenden Infektionen täglich

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 234 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 316 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.320.386 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 3,34 an (Dienstag: 3,17).

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Donnerstagmorgen mit 7.139.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 116.315.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach rechnet bis Mitte Februar mit mehreren Hunderttausend Corona-Neuinfektionen am Tag. Es sei mit Blick auf realistische Szenarien davon auszugehen, "dass die Welle Mitte Februar ungefähr ihren Höhepunkt haben wird und dass wir dann mehrere Hunderttausend Fälle pro Tag erwarten müssen", sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". Es sei nicht gesagt, dass es zu den Szenarien komme, aber "die haben die größte Wahrscheinlichkeit".

Corona: Lauterbach will Priorisierung bei PCR-Tests

Dabei gebe es Länder, die solche Zahlen auch mit Blick auf die Intensivstationen verkraften könnten, in Deutschland sei die Lage jedoch eine andere. "Da wir in Deutschland eine hohe Zahl von Ungeimpften bei den Älteren haben, kann es bei uns ganz anders ausgehen als beispielsweise in Italien, Frankreich oder England", sagte Lauterbach. In England liege etwa die Zahl der Ungeimpften in der Gruppe der über 50-Jährigen bei ein bis zwei Prozent. "Das sind Werte, an die wir nicht herankommen".

Angesichts der explodierenden Corona-Infektionszahlen will Lauterbach am Wochenende eine Beschlussvorlage zur Priorisierung der knapp werdenden PCR-Tests vorlegen. Er sagte, dass die zuverlässigeren PCR-Tests vorrangig bei solchen Menschen verwendet werden sollten, bei denen sicher sein müsse, dass sie nicht an Covid-19 erkrankt sind. Eine entsprechende Regelung könnte demnach am Montag bei der nächsten Bund-Länder-Konferenz beschlossen werden.

Dabei zeigen die Zahlen laut Lauterbach zufolge einmal annähernd die Realität an: Am Dienstag hatte er gesagt, dass die tatsächliche Inzidenz mutmaßlich doppelt so hoch sei. Experten warnen bereits seit Tagen, dass dies die Testkapazitäten in Deutschland erschöpfen könnte. Eine Priorisierung sei deshalb notwendig.

rw DPA AFP

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