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New York: Arzt verschob seine Rente, um in der Corona-Krise zu helfen – nun verstarb er an Covid-19

Um in der Corona-Krise für seine Patienten da zu sein, hatte der New Yorker Arzt James Mahoney seine Rente verschoben. Dann starb er an Covid-19. Jetzt trauert nicht nur seine Familie. Denn für viele Afro-Amerikaner war er ein Vorbild. 

James Mahoney und seine Kollegen

James Mahoney galt als äußerst beliebter Arzt: Hier ist er (in der Mitte im weißen Kittel) mit einigen seiner Kollegen zu sehen 

Sie nannten ihn "unseren Jay-Z". Mit 62 Jahren wollte der beliebte New Yorker Arzt James Mahoney eigentlich in Rente gehen. Doch dann kam das Coronavirus. Mahoney beschloss, seine Rente zu verschieben. Nun ist er an Covid-19 gestorben.

Seit dem Beginn seiner Karriere arbeitete Mahoney fast 40 Jahre lang in dem Universitätsklinikum in Brooklyn und später zusätzlich in dem Kings County Hospital Center. Als Intensivmediziner in New York rettete Mahoney laut der "New York Post" unter anderem Patienten des 9/11-Terrorangriffs und des Hurricane Sandy das Leben. Seiner Familie habe er gesagt, das Coronavirus könne er nun nicht aussitzen. Also arbeitete er weiter. Jeden Tag und jede Nacht versorgte er stundenlang Covid-19-Patienten.

Mitte April bekam Mahoney Fieber – und beschloss, von zu Hause aus weiterzuarbeiten. Über Videocalls war er für seine Kollegen im Krankenhaus da und beriet sie. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich. Schließlich musste er in das Krankenhaus in Brooklyn eingeliefert werden, in dem er selbst sein Leben lang gearbeitet hatte. Familienmitglieder durften ihn bis zu seinem Tod nicht mehr besuchen, doch sein 89-jähriger Vater sagte der Zeitung: "Er war bei seiner Krankenhaus-Familie." 

Fünf Kollegen blieben an seiner Seite, bis er starb 

Als es Mahoney noch schlechter ging, wurde er in das Tisch Hospital in Manhattan verlegt. Fünf seiner Ärztekollegen aus dem Krankenhaus in Brooklyn begleiteten ihn. Sie waren an seiner Seite, als er starb. 

Um seinen Tod trauern nun nicht nur seine Familie und Freunde, sondern auch viele afroamerikanische Ärzte. Für sie war Mahoney ein Vorbild. "Als afroamerikanischer Student James zu treffen war, wie eine Berühmtheit zu treffen", sagte Olu Akindutire, der vier Jahre mit Mahoney zusammengearbeitet hat. "Anders als andere Ärzte war er bescheiden und hat dir Respekt entgegengebracht. Er gab dir das Gefühl, dass deine Meinung zählt. Er war ein echter Superheld für junge farbige Ärzte." 

Das, was James Mahoney sein Leben lang tat – junge, afroamerikanische Ärzte zu fördern –, wollen diese nun in seinem Andenken fortführen. Auf der Spendenplattform GoFundMe werden im Namen von James Mahoney Spenden für Stipendien gesammelt: für junge Afroamerikaner, die an der SUNY Downstate Medical School studieren wollen. Es ist die medizinische Hochschule, die auch James Mahoney zum Arzt ausgebildet hat. 

Quellen: GoFundMe, "New York Post"

ame
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