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"Dritte Welle gebrochen" Ausgangssperre soll fallen – Hamburgs Bürgermeister legt Öffnungsplan vor

Inzidenz 0,0 – diese zwei Landkreise sind wieder coronafrei
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Hamburg geht voran: Als erst deutsche Metropole legt die Hansestadt einen Öffnungsplan für die kommenden Wochen der Coronavirus-Pandemie vor. Die geltende Ausgangssperre soll schon in wenigen Tagen passé sein.

Angesichts einer sich entspannenden Corona-Lage soll in Hamburg in der kommenden Woche die abendliche Ausgangssperre fallen. Das kündigte der Erste Bürgermeister der Hansestadt, Peter Tschentscher, am Freitag nach einer Senatssitzung an. Zugleich präsentierte der SPD-Politiker einen detaillierten Plan für die kommenden Wochen, der zahlreiche weitere Lockerungen der Infektionsschutzmaßnahmen vorsieht.

Hamburgs Sieben-Tage-Inzidenz unter 100

"Wir haben die dritte Welle gebrochen", sagte der gelernte Arzt Tschentscher im Rathaus. Am kommenden Montag 10. Mai werde die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner binnen einer Woche (Sieben-Tage-Inzidenz) "aller Voraussicht nach" den fünften Tag in Folge unter 100 liegen. Die rechtliche Grundlage für die Ausgangssperre und andere Einschränkungen des öffentlichen Lebens entfällt damit.

Um einen sogenannten Jojo-Effekt bei den Neuinfektionen zu vermeiden, sollen die Öffnungen in mehreren Stufen erfolgen, erklärte Tschentscher:

Neben dem Wegfall der Ausgangssperre sollen ab kommenden Mittwoch (12. Mai) zunächst unter anderem Kindersport im Freien mit bis zu zehn Kindern wieder möglich sein, die Maskenpflicht auf Spielplätzen entfallen und der Wechselunterricht in allen Klassenstufen wieder eingeführt werden. Fünf Tage später sollen auch die Kitas sowie Museen und Ausstellungen wieder öffnen dürfen.

Die erste Stufe der Lockerungen in Hamburg
Die erste Stufe der Lockerungen in Hamburg
© Hamburger Senat

Flankiert werden sollen alle Öffnungsschritte durch Testpflichten, Hygienekonzepte und Möglichkeiten zur Kontaktnachverfolgung. "Wir müssen weiter vorsichtig bleiben", so Tschentscher. Sollte es in der ersten Stufe keine Rückschläge geben, sieht das Konzept des Hamburger Senats zehn bis 14 Tage später weitere Lockerungen vor. Dazu zählen unter anderem die Öffnung des Einzelhandels und körpernaher Dienstleistungen, weniger Kontaktbeschränkungen, die Aufhebung der Maskenpflicht in Parks und das Ermöglichen von Kindergeburtstagsfeiern.

Die zweite Stufe der Lockerungen in Hamburg
Die zweite Stufe der Lockerungen in Hamburg
© Hamburger Senat

Weitere zehn bis 14 Tage später, also etwa Anfang Juni, könnten weitere Öffnungen erfolgen, zum Beispiel in der Außengastronomie, für Kultureinrichtungen oder Veranstaltungen im Freien. Gastronomie und Hotellerie sollen danach folgen.

"Ich bedanke mich bei allen Bürgerinnen und Bürgern"

Alle geplanten Öffnungsschritte stehen unter dem Vorbehalt weiterhin positiver Entwicklungen des Infektionsgeschehens, betonte Tschentscher. Die Situation werde fortlaufend beurteilt, ergänzte seine Stellvertreterin Katharina Fegebank (Grüne).

Dem Ersten Bürgermeister Hamburgs zufolge ist die Sieben-Tage-Inzidenz in allen Altersgruppen und über das gesamte Stadtgebiet hinweg gesunken. Zu Ostern lag sie laut Robert-Koch-Institut bei 139, nunmehr bei 78. "Ich bedanke mich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die das durch ihre Disziplin ermöglicht haben", sagte Tschentscher. Er verwies auf eine deutlich gesunkene Belastung der Intensivstationen in der Stadt. Der Hamburger Senat sieht seinen vorsichtigen Kurs bei der Bewältigung der Coronavirus-Pandemie damit bestätigt.

Als einen Grund für die positive Entwicklung der Corona-Zahlen in der Hansestadt nannte Tschentscher die nächtlichen Ausgangssperren. Seit Ostern war es von 21 Uhr abends bis 5 Uhr morgens verboten, sich ohne triftigen Grund im öffentlichen Raum aufzuhalten. Die Regel sei von den Hamburgerinnen und Hamburgern "gut eingehalten" worden, die Zahl privater Treffen habe reduziert werden können, sagte der Bürgermeister – und auch die Zahl von rund 700.000 verabreichten Impfdosen habe zum Rückgang der Neuinfektionszahlen beigetragen, hieß es weiter.


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