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Coronavirus in China: Marathonläufer in Quarantäne rennt 50 Kilometer – in seinem Zimmer

Die Schutzmaßnahmen wegen des Coronavirus schränken die Bewegungsfreiheit von Millionen Menschen in China dramatisch ein. Ein Amateur-Marathonläufer aus Hangzhou ließ sich dadurch aber nicht von seinem Training abhalten.

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Wegen der Ausbreitung des Coronavirus müssen Millionen Menschen in China unter strengen Schutzvorkehrungen leben. Mehrere Städte in den Provinzen Hubei und Zhejiang stehen de facto unter Quarantäne. Der innerstädtische und überregionale Verkehr ist stark eingeschränkt oder ganz eingestellt und die Einwohner müssen auf Anordnung der Behörden zu Hause bleiben.

Betroffen von den Maßnahmen ist auch der chinesische Amateur-Marathonläufer Pan Shancu. Der Gesundheitstherapeut für Chinesische Medizin lebt in der Metropole Hangzhou, deren Stadtregierung bereits am 4. Februar alle zehn Millionen Bewohner aufgefordert hat, möglichst nicht vor die Tür zu gehen. Doch Shancu ließ sich von der Anordnung nicht von seinem Training abhalten. Nachdem er tagelang in seiner Wohnung festsaß, fing er einfach an, dort zu laufen, wie die "South China Morning Post" berichtete.

Shancu läuft 6250 Runden um seine Tische herum

"Ich war seit vielen Tagen nicht mehr draußen, heute ertrage ich es nicht mehr, rumzusitzen", schrieb Shancu der Zeitung zufolge vergangene Woche im chinesischen Kurznachrichtendienst Weibo. "Dann lasst uns doch mal Runden um die beiden Massagetische im Raum drehen!" Eine Runde sei etwa acht Meter lang, erklärte der "aktuelle Held der chinesischen Laufgemeinschaft", wie die "South China Morning Post" ihn nannte. "Ich bin 50 Kilometer gelaufen, habe es in 4 Stunden 48 Minuten und 44 Sekunden geschafft, habe am ganzen Körper geschwitzt, fühlt sich toll an!", schwärmte Shancu.

Sein Posting versah der "Home-Trainer" nach Angaben der Zeitung als Beleg mit einem Video von sich selbst beim Laufen und einem Screenshot einer Lauf-App, der die Dauer des Laufes und die zurückgelegte Entfernung anzeigt. Geht man tatsächlich von acht Metern pro Runde aus, hat Shancu insgesamt 6250 Runden um seine Tische gedreht.

Shancus Geschichte habe sich schnell auf Weibo weiterverbreitet und zahlreiche Kommentare nach sich gezogen, berichtete das Blatt. "Ich dachte, nur ich mache diesen verrückten Hallenlauf", antwortete demnach ein anderer Läufer. Ein weiterer Weibo-Nutzer warnte: "Die Leute, die unter Dir wohnen, werden dich umbringen."

Diese Sorge konnte Shancu dem Bericht zufolge jedoch ausräumen: Er mache beim Laufen keine Geräusche, weil er nicht mit den Fersen aufstampfe, erklärte der Sportler. Stattdessen trete er sanft mit dem Vorderfuß auf den Boden – oder die Decke des Nachbarn.

Quelle: "South China Morning Post"

mad/tkr

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