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Neuinfektionen und Inzidenz In der dritten Welle: So entwickeln sich die Corona-Zahlen bei Kindern

Corona Infektionen bei Kindern
Die Kurve zeigt, wie sich die Neuinfektionen bei Kindern unter zehn Jahren entwickelt haben. Eine interaktive Version finden Sie unten im Artikel.
© Picture Alliance / stern
Corona, so lange die verbreitete Ansicht, das ist mit Blick auf das Alter vor allem ein Problem der höher Betagten. Zuletzt sind aber Inzidenzen und Neuinfektionen auch bei Kindern stark gestiegen, wie Daten zeigen.

Inhaltsverzeichnis

Mit Blick auf Inzidenzen und Neuinfektionen schienen Kinder lange Zeit weitgehend von Neuinfektionen verschont zu bleiben. Das hat sich geändert, wie Zahlen des Robert-Koch-Institut (RKI) zeigen. 

Die Daten bilden die gemeldeten Neuinfektionen der Gesundheitsämter und Landesstellen so wie die Sieben-Tages-Inzidenzen pro Kalenderwoche seit Beginn der Corona-Pandemie ab. Sie unterteilen die Infizierten in Fünferschritten nach Altersgruppen. Der Blick in die Zahlen macht deutlich, dass die Ältesten in unserer Gesellschaft bei den wöchentlichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus nicht mehr die Spitzenplätze belegen. Den hatte zuletzt die Altersgruppe von 30 bis 34 Jahren inne. 

So ist etwa bei den Über-80-Jährigen die  Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen im Vergleich zu den Spitzen im vergangenen Jahr rapide gefallen.

Bei den Fünf- bis Neunjährigen wiederum lagen die Werte zuletzt über den Höchstwerten des vergangenen Jahres – mit steigender Tendenz. Dass sich nun vermehrt auch Kinder mit dem Virus infizieren, wird vor allem der britischen Mutante B.1.1.7 zugeschrieben, die anders als die Wildform des Erregers nun vermehrt auch die Jüngeren befällt. "Von Kindern und Jugendlichen gehen zunehmend Übertragungen und Ausbruchsgeschehen aus" heißt es dazu seitens des RKI

Eine Covid-Erkrankung verläuft dabei bei Kindern in der Regel milder als bei Erwachsenen. Typische Erwachsenen-Symptome wie Fieber oder trockener Husten können ausbleiben, stattdessen treten bei den Jüngeren eher Durchfall oder Bauchschmerzen auf. Trotz des Risikos, das Virus über Kitas und Schulen in die Familien zu tragen, sieht der Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin an der Uniklinik Mainz, Fred Zepp, gegenüber dem ZDF Kinder weiterhin nicht als Pandemie-Treiber. Die Zahlen würden allgemein steigen, Lehrer Infektionen noch häufiger als Schüler in die Schulen tragen, so der Experte. Um dem entgegenzuwirken, soll neben den bekannten Maßnahmen künftig mehr auf Testen sowie auf Impfung des Personals gesetzt werden. 

Weitere Details zur Entwicklung von Infektionen in den einzelnen Altersgruppen können Sie den untenstehenden Grafiken entnehmen. In den Ansichten 1/3 und 3/3 können Sie verschiedene Altersgruppen mit hinzunehmen oder auch wieder entfernen.  

Grafik: Corona-Infektionen nach Altersgruppen

Hinweis: Wenn die Grafiken in diesem Artikel nicht richtig angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.

Die untere Animation zeigt auf, welche Altersgruppen sich seit Beginn 2020 bei der Zahl der Neuinfektionen an der Spitze abgelöst haben. 

Animation: Wöchentliche Entwicklung seit Pandemie-Beginn

Quellen: Robert-Koch-Institut, ZDF

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