CREUTZFELDT-JAKOB-VERDACHT Italien um Beruhigung bemüht


Nach dem ersten Verdacht auf einen Fall der Creutzfeldt-Jakob Krankheit versucht die Italienische Regierung die Bevölkerung zu beruhigen.

Die italienische Regierung und die Rindfleisch-Industrie haben sich am Mittwoch bemüht, die Bevölkerung nach dem ersten Verdacht auf einen Fall einer Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) zu beruhigen. »Die Situation ist unter Kontrolle«, sagte Gesundheitsminister Girolamo Sirchia in der Zeitung »La Stampa«. Kein italienisches Rindfleisch zu essen, nannte er absurd. Allerdings könne niemand für die Sicherheit des Fleisches in der Vergangenheit garantieren.

Eine 25-jährige sizilianische Studentin hatte sich als erster Mensch in Italien mit der neuartigen Form der Creutzfeldt- Jakob-Krankheit (vCJD) infiziert. Nach weiteren Angaben des Gesundheitsministeriums in Rom hatten Experten aus Italien und Großbritannien die Frau untersucht. Die bisher unheilbare Krankheit, die mit dem Rinderwahnsinn BSE in Verbindung gebracht wird, hat in Großbritannien bereits mehr als 100 Todesfälle verursacht. Frankreich registrierte mindestens vier Erkrankte, davon sind drei Menschen gestorben.

Das Rindfleisch ist heute sicherer denn je

Die italienische Regierung warnte zugleich vor Panik. »Das Rindfleisch ist heute sicherer denn je«, sagte Gesundheitsminister Girolamo Sirchia nach Zeitungsberichten vom Mittwoch. Landwirtschaftsminister Giovanni Alemanno sprach von einem »Erbe der Vergangenheit«. Die Frau habe sich mit Sicherheit vor Beginn der BSE- Kontrollen infiziert, sagte Alemanno. Seit Anfang 2001 ist in Italien bei 53 Rindern BSE nachgewiesen worden. Zeitungen wiesen darauf hin, dass die BSE-Kontrollen auf Sizilien wegen illegaler Schlachtungen durch die Mafia jedoch lückenhaft seien.

Die Identität der erkrankten Studentin wurde nicht bekannt gegeben. Sie stamme aus dem Ort Menfi in der sizilianischen Provinz Agrigent, teilten die Behörden lediglich mit. Sie sei noch nicht schwer erkrankt, berichteten die behandelnden. Sie leide allerdings an motorischen Störungen und habe Gedächtnislücken und werde ambulant behandelt.

Die Patientin werde demnächst nach London reisen, wo sie ein neues Medikament erhalten werde, das den Krankheitsverlauf verlangsamt, sagte der Neurologe Federico Piccoli in Palermo. Anschließend werde die Behandlung in Italien fortgesetzt. In der Regel sterben vCJD-Patienten laut Piccoli spätestens zwei Jahre nach Ausbruch der Krankheit.

In Italien sind 53 BSE-Fälle bekannt

In Italien sind 53 Fälle der Rinderseuche BSE bekannt. Britische Wissenschaftler hatten BSE erstmals 1986 diagnostiziert und ein Jahrzehnt später eine Verbindung zu der unheilbaren vCJD gezogen. In Europa wird vCJD für zehn Todesfälle verantwortlich gemacht, die meisten von ihnen in Großbritannien.

Quellen: Reuters, dpa


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