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Inselzell-Transplantation: Eine neue Bauchspeicheldrüse für Zuckerkranke

Hilfe aus dem Ersatzteillager: Menschen mit Diabetes vom Typ 1 können sich eine fremde Bauchspeichel-Drüse einsetzen lassen. Im besten Fall brauchen sie dann keine Insulin-Spritze mehr.

Operation: Ärzte pflanzen Diabetikern Insulin produzierende Zellen ein

Operation: Ärzte pflanzen Diabetikern Insulin produzierende Zellen ein

Täglich Insulin spritzen, ein Leben lang: Daran haben sich die meisten Menschen mit Diabetes vom Typ 1 gewöhnt. Ein lästiges Ritual bleibt es trotzdem. Eines, das anfällig ist für Fehler. Schließlich schüttet eine gesunde Bauchspeichel-Drüse im Minutentakt Insulin aus, um den Zuckergehalt im Blut zu regulieren. Wer hingegen Insulin spritzen muss, tut das vielleicht sechs Mal am Tag, und das ist schon viel. Das heißt: Die künstliche Zufuhr kann den natürlichen Mechanismus nur schlecht ersetzen. Dadurch ist die Gefahr groß, dass der Blutzuckerwert zwischenzeitlich in Höhen schießt, die die typischen Folgekrankheiten von Diabetes begünstigen.

Daher suchen Wissenschaftler weltweit nach Wegen, die körpereigene Blutzucker-Regulation wieder in Gang zu bekommen. Die einzige Möglichkeit derzeit: eine Transplantation. Entweder pflanzen Chirurgen eine fremde Bauchspeichel-Drüse ein. Oder sie ersetzen nur die Inselzellen der Bauchspeichel-Drüse, also diejenigen Zellen, die das natürliche Insulin produzieren und freisetzen. Durch diese beiden Operationen können Menschen mit Diabetes vom Typ 1 ganz ohne Spritze leben.

Die erste Verpflanzung einer Bauchspeichel-Drüse wurde am 17. Dezember 1966 in den USA vorgenommen. Mittlerweile gilt diese Operation als anerkanntes Therapieverfahren bei schwerem Typ-1-Diabetes, auch in Deutschland. Die Erfolgsaussichten sind viel versprechend: Fast 80 Prozent der Operierten kommen noch nach fünf Jahren komplett ohne künstliches Insulin aus.

Der Körper akzeptiert das fremde Organ nicht freiwillig

Aber die Methode hat auch erhebliche Nachteile: Jede Transplantation, auch die einer Bauchspeichel-Drüse, ist ein gefährlicher Eingriff. Zudem müssen Sie anschließend Ihr Leben lang ziemlich viele Medikamente einnehmen, um Ihr eigenes Immunsystem zu unterdrücken. Denn die Körperabwehr akzeptiert das fremde Organ nicht, sie will es abstoßen. Die Medikamente sollen das verhindern.

Für Ihren Körper sind die Pillen jedoch eine große Belastung. Sie treiben den Blutdruck gefährlich in die Höhe, manchmal führen sie sogar zu lebensbedrohlichen Nierenschäden. Außerdem stehen Immunsuppressiva - so nennt man diese Medikamentengruppe - im Verdacht, das Risiko für eine Krebserkrankung zu erhöhen.

Aus diesem Grund verpflanzen Ärzte die Bauchspeichel-Drüse fast nur bei Menschen, die aufgrund ihrer Zuckerkrankheit sowieso eine neue Niere benötigen und dann ohnehin diese Medikamente einnehmen müssen. Besonders bei Menschen mit Diabetes vom Typ 1 besteht ein erhebliches Risiko, dass die Nieren irgendwann versagen. Nach drei Jahren Dialyse leben im Schnitt jedoch nur noch 65 Prozent der Betroffenen. Werden Niere und Bauchspeichel-Drüse transplantiert, liegt die Rate bei 90 Prozent.

Ärzte spritzen fremde Zellen in den zuckerkranken Körper

Seit einiger Zeit gibt es eine zweite Möglichkeit der Transplantation: Chirurgen verpflanzen nicht die komplette Bauchspeichel-Drüse, sondern nur die Insulin produzierenden Zellen. Diese Inselzellen entnehmen Ärzte aus der Bauchspeichel-Drüse eines passenden Spenders. In den Körper des Zuckerkranken gelangen die Zellen durch die Leberpfort-Ader: Die Mediziner spritzen den Zellmix in diese Vene hinein. Der Blutstrom bringt die fremden Zellen zur Leber. Sie siedeln sich dort an und beginnen brav, Insulin zu produzieren.

Mediziner vom Universitätsklinikum Gießen haben weltweit die größte Erfahrung mit dieser Methode. Seit 1992 transplantieren sie Inselzellen. Viele ihrer Patienten benötigen nach der Behandlung weniger Insulin, manche Kranke brauchen ein, zwei Jahre gar keins, bevor sie wieder mit dem Spritzen beginnen müssen. Daten aus Kanada zeigen: Sind die Betroffenen noch jünger und bekommen sie Inselzellen aus mehr als einer Bauchspeichel-Drüse injiziert, leben sogar 80 Prozent von ihnen für mindestens ein Jahr ohne künstliches Insulin.

Der Bauchschnitt bleibt bei dieser OP aus

Gegenüber der Transplantation einer kompletten Bauchspeichel-Drüse ist eine Verpflanzung der Inselzellen sehr viel einfacher: Der Bauch wird nicht geöffnet, weil der Arzt die Zellen direkt ins Blut spritzt. Infektionen oder Blutungen kommer daher seltener vor.

Außerdem wird nur der Teil der Bauchspeichel-Drüse ersetzt, der nicht mehr funktioniert. Die Bereiche des Organs, die wichtige Verdauungs-Säfte produzieren, bleiben intakt. Auch dadurch entstehen weniger gefährliche Komplikationen. Ein weiterer Vorteil: Arbeiten auch die neuen Zellen nicht mehr richtig, können Mediziner erneut Inselzellen in die Leberpfort-Ader spritzen.

Allerdings muss das Immunsystem auch nach diesem Eingriff dauerhaft unterdrückt werden, Sie müssen also Tabletten mit schweren Nebenwirkungen schlucken. Denn die winzigen fremden Zellen alarmieren das Immunsystem, das die Eindringlinge zerstören will. Deshalb kommt diese Methode bislang nur für einen kleinen Teil von Zuckerkranken infrage: für Menschen, die eine neue Niere benötigen, für solche, die bereits eine Nieren-Transplantation hinter sich haben oder für jene, die unter lebensbedrohlichen Unterzuckerungen leiden.

Leider gibt es nicht genug Spenderorgane für Zuckerkranke. Deshalb forschen Wissenschaftler weiter. Sie untersuchen zum Beispiel, ob die Bauchspeichel-Drüse von Schweinen in irgendeiner Form nutzbar sein könnte. Bislang ist dieser Ansatz aber noch im Versuchsstadium.

Nicole Simon

Kindesunterhalt für volljähriges Kind ohne Zielstrebigkeit
Mein Kind ist 19 Jahre alt und lebt im Haushalt der Mutter. Es hat im Juli 2017 seine Schule nach der 10. Klasse dann mit Hauptschulabschluss verlassen. Danach wollte es auf einer Berfsfachschule Einzelhandel seinen Realschulabschluss nachholen (2 Jahre). Es besuchte die Schule im ersten Halbjahr nicht wirklich regelmäßig und im zweiten Halbjahr dann so gut wie gar nicht mehr. (zum Ende hin, ist es gar nicht mehr zur Schule gegangen) Das notwendige zweite Jahr ging es dann gar nicht mehr an. Stattdessen hat es sich für ein freiwilliges Soziales Jahr beworben und geht hier mehr oder weniger regelmäßig hin. Nun möchte es das FSJ abbrechen und wieder seinen Realschulabschluss nachholen. Dies soll in Vollzeit an der Volkshochschule geschehen. Zwischendurch ist immer wieder die Rede von verschiedenen Ausbildungen. Ein wirkliches Konzept, oder Interesse ist aber auch hier nicht erkennbar. Mal kommt es mit dem Berufswunsch Tierarzthelfer/In, mal mit Immobilienkaufmann/-Frau, oder Ähnlichem. Informationen über freie Stellen, oder Inhalte des Berufs und der Ausbildung können nicht genannt werden. Bei laufenden Bewerbungen am Ball zu bleiben liegt ihm auch nicht wirklich. Hab die Bewerbung ja hingeschickt, damit soll es dann auch gut sein. Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, es sucht sich den bequemsten Weg heraus und verlässt sich auf meine nicht unerheblichen Unterhaltszahlungen. Frei nach dem Motto: Was soll ich mich kümmern, Väterchen muss ja zahlen, solange ich Schule oder Ausbildung mache. Um meinem Kind Anreize zu geben, endlich Zielstrebigkeit zu entwickeln, habe ich schon über die Kürzung bzw. Einstellung des Unterhals nachgedacht. Wie verhält sich das rechtlich, bzw. was kann ich tun?