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Checkliste zum Herunterladen: Auch ohne Coronavirus: Diese Notvorräte sollten Sie immer im Hause haben

Die Ausbreitung des Coronavirus kann ein Anlass sein, mal wieder routinemäßig die persönlichen Vorräte zu überprüfen. Zu Hamsterkäufen gibt es aber keinen Anlass.

Trinkwasser

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt jedem Haushalt einen Notvorrat für zehn Tage anzulegen, um auf etwaige Versorgungsengpässe infolge von Naturkatastrophen oder länger anhaltenden Stromausfällen vorbereitet zu sein – ganz unabhängig von der Ausbreitung des Coronavirus. Dazu gehören unter anderem pro Person: 

20 Liter Trinkwasser

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Das öffentliche Leben kommt zum Erliegen, die Regale im Supermarkt bleiben leer – dieses Szenario beschäftigt angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 offenbar immer mehr Menschen. 

Während sich das Virus in Italien immer weiter ausbreitet und auch in Deutschland neue Infektionen gemeldet werden, schnellen bei der meistgenutzten Suchmaschine Google die Anfragen nach Suchbegriffen wie "Notration" oder "Notvorrat" nach oben – dabei sollte jedermann ohnehin immer Lebensmittel für einige Tage im Haus haben.

Google Trends

Bei Google werden vermehrt Anfragen nach Begriffen wie "Notration" oder "Notvorrat" registriert

In Italien, wo es in den letzten Tagen besonders viele neue Infektionen gab, rieten die Behörden von Hamsterkäufen ab. Und auch hier in Deutschland gibt es dafür keine Notwendigkeit. "Sollten Sofortmaßnahmen für Deutschland notwendig werden, sind wir in der Lage, entsprechend kurzfristig zu reagieren", sagte etwa eine Sprecherin von Rewe der Nachrichtenagentur DPA. Momentan gebe es aber keine Notwendigkeit zu Anpassungen in den Lebensmittel-Sortimenten. "Die Warenversorgung ist gewährleistet." Auch Aldi Süd betonte: "Die Versorgungssicherheit unserer Märkte ist sichergestellt." Hamsterkäufe stellten die Handelsketten nicht fest.

Keine besonderen Vorräte wegen Coronavirus anlegen

Die Bundesrepublik sei "bestmöglich" auf eine Ausbreitung des Virus vorbereitet, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), auch wenn er die Lage "sehr, sehr ernst" nehme. Sein Haus empfiehlt zur Vorbeugung gute Handhygiene, eine Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten zu halten. Einen besonderen Aufruf zum vorbeugenden Lebensmitteleinkauf gibt es hierzulande von den Behörden angesichts des Coronavirus nicht. Auch EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides warnte vor unangebrachter Hysterie. "Die Lage gibt Anlass zur Sorge, aber wir dürfen nicht in Panik verfallen", sagte sie nach einem Treffen mit Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza in Rom.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt lediglich – und zwar vollkommen unabhängig vom aktuellen Virus – eine behutsame Lebensmittelbevorratung. Dies sei auch für Fälle von Überschwemmungen, längerfristige Stromausfälle oder andere unvorhersehbare Ereignisse immer ratsam. "Ist ein Notfall erst eingetreten, ist es für Vorsorgemaßnahmen meist zu spät", erklärt das BBK.

Coronavirus: Italienerin schildert Lage in Turin

Die Sorge vor einer Ausbreitung des Coronavirus könnte also ein Anlass sein, einmal zu überprüfen, ob der Vorratsschrank für Nofälle ausreichend gefüllt ist. Dabei geht es nicht darum, sich in Prepper-Manier auf monate- oder jahrelange Isolation vorzubereiten. Das BBK empfiehlt, sich auf eine etwa zehntägige Unterbrechung der Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln oder nötigen Medikamenten einzustellen.

Die BBK-Broschüre "Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen" informiert darüber, wie ein vernünftiger und ausgewogener Vorrat für zehn Tage aussehen soll.

Getränkevorrat für zehn Tage

  • Trinkwasser: Der Mensch kann mehrere Wochen ohne Essen, jedoch nur wenige Tage ohne Wasser überleben. Das BBK empfiehlt einen Vorrat von etwa zwei Litern pro Tag und Person, also insgesamt 20 Liter. Es dient nicht nur zum Trinken, sondern auch zur Zubereitung von Speisen und zur Hygiene.

Vorrat an Lebensmitteln

  • Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Nudeln, Reis: Das BBK empfiehlt einen Vorrat von 3,5 Kilo pro Person für zehn Tage.
  • Gemüse, Hülsenfrüchte: Bestenfalls vorgekocht im Glas oder in der Dose (Konserven) sollten stehts vier Kilo im Haus sein.
  • Obst, Nüsse: Auch hier empfehlen sich Obstkonserven oder länger haltbares Obst wie zum Beispiel Äpfel. Der Notvorrat sollte etwa 2,5 Kilo betragen.
  • Milch und Milchprodukte: Das BBK empfiehlt einen Vorrat von 2,6 Kilo.
  • Fisch, Fleisch, Eier: Die Empfehlung lautet 1,5 Kilo pro Person. Auch hier ist auf die Haltbarkeit zu achten. Dosenfleisch und Wurst sind länger haltbar als Frischfleisch, zumal in einer Krise auch Kühl- oder Gefrierschränke nicht funktionieren könnten. Statt frischer Eier empfiehlt die Behörde Volleipulver.
  • Fette, Öle: Etwa 0,4 Kilo sollten um Braten oder Kochen vorrätig sein.
  • Nach Belieben sollte jeder seinen Vorrat um Salz, Gewürze, Zucker, Süßigkeiten, Knabbereien, Brotaufstrich Fertiggerichte oder Mehl ergänzen.

Insbesondere für den Fall von länger anhaltenden Stromausfällen, zum Beispiel infolge von Naturkatastrophen, sollten weitere Utensilien griffbereit im Hause sein: Campingkocher mit Brennmaterial, ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio, Kerzen und Taschenlampe, Hygienartikel und Medikamente sind nur einige von ihnen.

Eine vollständige Checkliste für den persönlichen Vorrat finden Sie auf dieser Seite zum Herunterladen und Ausdrucken. Weitere Informationen zur persönlichen Vorsorge finden Sie beim BBK im Internet und beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Dort gibt es auch eine detaillierte Vorratsliste, auch für Vegetarier.

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