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Coronavirus Studie: E-Zigaretten erhöhen Wahrscheinlichkeit von Covid-19-Symptomen

Eine Frau raucht E-Zigarette
Auch E-Zigaretten schädigen die Lungen
© nd3000 / Getty Images
Bei jungen Konsumenten ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, bei einer Infektion mit dem Coronavirus auch Symptome zu entwickeln. Das zeigt eine Studie aus den USA. An dem Design der Untersuchung gibt es jedoch auch Kritik.

Wem herkömmliche Zigaretten zu ungesund sind, der greift oft zur E-Zigarette als Ersatz. Das sogenannte Vaping soll für den Körper schonender sein als das traditionelle Rauchen – und der Geruch fällt auch weg. Doch offenbar ist auch der Genuss von E-Zigaretten gesundheitlich nicht unbedenklich – auch nicht, wenn es um das Coronavirus geht.

Eine aktuelle Studie von Forschern der Stanford School of Medicine um die Professorin für Kinderheilkunde Bonnie Halpern-Felsher legt nahe: Konsumenten von E-Zigaretten haben ein höheres Risiko, einen verhältnismäßig schweren Verlauf von Covid-19 zu erleiden. Sie entwickelten mit größerer Wahrscheinlichkeit Symptome wie Husten, Fieber, Müdigkeit oder Atemprobleme. Für die Studie, die im Fachjournal "Journal of Adolescent Health" veröffentlicht wurde, untersuchten die Mediziner insgesamt 4351 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 13 und 24 Jahren.

Raucher von E-Zigaretten infizieren sich häufiger mit Corona

Dabei fanden sie heraus: Innerhalb der Stichprobe hatten sich Raucher von E-Zigaretten mit fünfmal höherer Wahrscheinlichkeit mit dem Coronavirus infiziert. Bei Probanden, die in ihrem Leben sowohl herkömmliche als auch elektronische Zigaretten geraucht hatten, war der Wert siebenmal höher. Eine mögliche Erklärung für diese Statistik könnte nach Ansicht der Forscher sein, dass Jugendliche die E-Zigaretten oft teilen. Denkbar sei auch, dass Ansteckungen über die Aerosole in den Rauchwolken passierten.

Der Interessenverband "Bündnis für tabakfreien Genuss" äußert in diesem Punkt allerdings auch methodische Kritik an der Studie aus Stanford. Die unterschiedliche Häufigkeit der Tests verzerre das Ergebnis. Tatsächlich wurden in der Kontrollgruppe der Nichtraucher deutlich weniger Befragte auf das Coronavirus getestet. Errechnet man den Anteil der positiv getesten Personen an den getesteten Personen insgesamt, ergeben sich nur geringe Unterschiede.

Viele Corona-Infektionen verlaufen asymptomatisch, insbesondere bei jüngeren Menschen. Auch das könnte ein Grund dafür sein, dass unter den Nicht-Rauchern deutlich weniger Befragte getestet wurden. Denn auffällig ist, dass die Wahrscheinlichkeit, typische Covid-19-Symptome zu entwickeln, bei der Gruppe der E-Zigaretten-Raucher 4,8 Mal höher lag als beim Rest. Die Forscher warnen deshalb davor, dass E-Zigaretten "einen wichtigen Risikofaktor für Covid-19-Erkrankungen darstellen" könnten. Das Vapen ist vor allem unter jungen Menschen verbreitet – eine Gruppe, die sonst meist eher leichte Verläufe bei Infektionen mit dem Virus zeigt.

Forscher fordern stärkere staatliche Regulierung von E-Zigaretten

Bonnie Halpern-Felsher, eine der Autorinnen der Studie, warnte deshalb in "Newsweek": "Diese Ergebnisse zeigen erneut, dass E-Zigaretten für die Jugend schädlich sind, besonders wenn es um Lungenkrankheiten geht." Auch bei der elektronischen Variante würden die Lungen in Mitleidenschaft geschädigt. Die Jugendlichen seien dann anfälliger für Covid-19. Auch könnte das Immunsystem der Raucher geschwächt sein. 

Die Wissenschaftler hoffen, dass ihre Ergebnisse Jugendliche und Eltern sensibilisieren und im besten Fall dazu führen, dass junge Menschen in Zukunft auf E-Zigaretten verzichten. Außerdem wiederholten sie die Forderung nach stattlicher Regulierung – gerade in der Pandemie.

Quellen: "Journal of Adolescent Health" / "Newsweek" 

epp

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