HOME

Durchbruch in der Forschung: Forscher entwickeln zwei wirksame Medikamente gegen Ebola

Ebola ist gefürchtet, weil Infizierte sehr oft sterben. Nun gibt es zwei aussichtsreiche Medikamente im Kampf gegen die Krankheit. Sie sollen schon bald Leben retten.

Ebola: Ein Helfer vom Roten Kreuz wird nach einem Einsatz in einem Ebola-Behandlungszentrum desinfiziert

Helfer vom Roten Kreuz bei einem Ebola-Einsatz im Kongo (Archiv)

DPA

Im Kampf gegen Ebola ist Wissenschaftlern ein wichtiger Fortschritt gelungen: Eine in der Demokratischen Republik Kongo durchgeführte klinische Studie habe ergeben, dass zwei neue Medikamente die Sterblichkeitsrate von Ebola-Patienten drastisch reduzierten, teilte die US-Gesundheitsbehörde NIH mit, die einen Teil der Studie finanziert.

In den 14 Behandlungszentren seien vier experimentelle Medikamente im Einsatz gewesen, berichtet die WHO weiter. Zwei davon hätten besonders gute Überlebensraten gezeigt. 89 bis 94 Prozent der Patienten, die innerhalb der ersten drei Tage nach Auftreten von Symptomen mit diesen Medikamenten behandelt wurden, hätten überlebt. Kamen die Patienten später in Behandlung, überlebten im Schnitt rund 15 Prozent. Insgesamt zeigten diese Mittel - REGN-EB3 and mAb114 - deutlich bessere Ergebnisse als die beiden anderen experimentellen Medikamente. Deren Einsatz werde beendet, sagte ein WHO-Sprecher.

Ebola-Medikamente mit Antikörpern zeigen Erfolge

Die Studie begann im November vergangenen Jahres. Die endgültige Analyse werde zwar erst im Herbst erwartet, sagte der Direktor des NIH-Instituts für Allergien und Infektionserkrankungen, Anthony Fauci. Doch die Schwelle für erfolgreiche Tests sei bei "REGN-EB3" bereits erreicht, bei "mAb114" fast. Ein unabhängiges Gremium habe die Studie deshalb nach 681 Behandlungen abbrechen lassen. Ursprünglich seien 725 Behandlungen im Rahmen der Studie geplant gewesen. Beide Medikamente können damit ab sofort für die Therapie von Ebola-Patienten eingesetzt werden. 

Unbehandelt liegt die Sterblichkeitsrate von Ebola-Infizierten bei 60 bis 67 Prozent. Auch nach der Therapie mit den bisher üblichen Medikamenten "Zmapp" und "remdesivir" stirbt noch rund die Hälfte aller Patienten. Wie "Zmapp" sind "REGN-EB3" und "mAb114" sogenannte monoklonale Antikörper, die unterbinden, dass das Ebola-Virus weitere Zellen im Körper des Infizierten ansteckt.    

"Zweifelsohne Leben retten"

Die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigten, dass es möglich sei, die Sterblichkeitsrate bei Ebola "drastisch zu verringern", sagte Fauci. Allerdings sei der Kampf gegen Ebola-Ausbrüche vor allem eine Frage der Prävention. "Der beste Weg, einen Ausbruch (der Krankheit) zu beenden, ist eine gute Impfung, ebenso wie eine gute Überwachung der Kontaktwege, die Isolation (von Patienten) und, letztlich, die Behandlung", sagte er.     

Der Chef der gemeinnützigen britischen Organisation Wellcome Trust, Jeremy Farrar, erklärte, die Studienerkenntnisse würden "zweifelsohne Leben retten".     

Seit dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo vor einem Jahr sind in dem zentralafrikanischen Land mehr als 1800 Menschen an dem Virus gestorben. Es ist der bislang schlimmste Ebola-Ausbruch seit der verheerenden Epidemie in Westafrika 2014/2015 mit mehr als 11.000 Toten. Fast 200.000 Menschen, die mit Kranken oder deren Freunden und Angehörigen im Kontakt waren oder in Gesundheitszentren arbeiten, wurden geimpft.

Das Virus wird von wilden Tieren auf Menschen übertragen. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge verbreitet sich Ebola unter Menschen durch den direkten Kontakt mit dem Blut oder anderen Körperflüssigkeiten von Infizierten. Die Symptome ähneln zunächst einer Grippe. Nach drei bis zehn Tagen kann es zu weiteren Beschwerden wie Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen kommen. Im weiteren Verlauf können unter anderem Gelenk- und Muskelschmerzen sowie innere und äußere Blutungen hinzukommen.

ikr / DPA / AFP

Wissenscommunity