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Sorge um Ausweitung der Epidemie: Wie sich Ebola weltweit verbreiten kann

Weil die Symptome erst nach zwei bis drei Wochen auftreten, konnte ein Ebola-Patient unbehelligt von Afrika in die USA fliegen. Eine Ansteckungsgefahr ist in diesem Frühstadium aber unwahrscheinlich.

Der erste gemeldete Ebola-Fall in den USA sorgt für Verunsicherung. Droht nun eine ähnliche Epidemie wie in Westafrika? Tatsächlich können Menschen, die mit Ebola infiziert sind, in der Anfangsphase der Krankheit unbehelligt von Westafrika in alle Teile der Welt fliegen. Der Grund: In den ersten Tagen nach der Ansteckung weisen Betroffene keine Symptome auf. Selbst bei digitalen Kontroll-Fiebermessungen an Flughäfen könnte die Krankheit erst erkannt werden, wenn sie bereits ausgebrochen ist.

Mit anderen Worten: Ja, das Ebola-Virus kann von Afrika aus nach Europa und in die USA fliegen. Allerdings kann es durch die effizienten Gesundheitssysteme entwickelter Staaten auch vergleichsweise schnell isoliert und wirksam bekämpft werden. Zudem ist die Gefahr einer Ansteckung von Fluggästen nach Einschätzung des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) "sehr gering". Jedenfalls solange der oder die Infizierte sich noch in der Inkubationszeit von bis zu 21 Tagen befindet. Dann besteht nach bisherigen Erkenntnissen keine Ansteckungsgefahr.

Um zu verhindern, dass Ebola-Patienten Flugreisen antreten, werden Passagiere in den betroffenen Ländern auf Fieber und eventuelle andere Symptome überprüft. Beim begründeten Verdacht auf Ebola wird die Mitnahme verweigert. Wie sich im Fall des in den USA an Ebola erkrankten Mannes aus Liberia zeigt, ist dies aber keine Garantie dafür, dass das Virus nicht in andere Länder gebracht wird.

Der Flugverkehr von und nach den Hauptstädten der Ebola-Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone ist seit Wochen erheblich eingeschränkt, da fast alle Gesellschaften diese Verbindungen ausgesetzt haben. Nach Monrovia, der Hauptstadt des am stärksten von der Ebola-Epidemie betroffenen Liberia, fliegt allerdings noch zwei Mal wöchentlich die belgische Gesellschaft Brussels Airlines.

Sie ist mit der Lufthansa und vielen anderen Fluggesellschaften in der Star Alliance verbunden, darunter auch der amerikanischen United. Von Monrovia aus kann man also über das Drehkreuz Brüssel mit Star-Alliance-Partnern in die USA oder nach Deutschland fliegen, auch wenn man das - zunächst noch unerkannte - Ebola-Virus in sich trägt.

mh/DPA / DPA

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