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Milchersatz Hafermilch ist gut fürs Klima. Aber ist sie auch gesund?

Hafermilch: Eine Schüssel mit Porridge steht auf einem Tisch
Hafermilch lässt sich vielseitig einsetzen - zum Beispiel in einem Quinoa-Porridge
© OksanaKiian / Getty Images
Schmeckt gut und tut dem Klima gut: Hafermilch ist beliebt. Doch ist der Pflanzendrink auch gesund? Ein Blick auf die Inhaltsstoffe zeigt: Verbraucher sollten nicht zum erstbesten Haferdrink greifen. 

Hafermilch liegt im Trend und hat den Ruf, besonders umweltfreundlich zu sein. Sie ist zudem vegan und auch für Menschen geeignet, die Kuhmilch nicht so gut vertragen. Der Grund: Hafermilch enthält von Natur aus keine Laktose, die bei empfindlichen Menschen zu Blähungen und Durchfall führen kann. Auch für Menschen mit einer Allergie auf Milcheiweiß kann der Getreidedrink auf Haferbasis eine Alternative sein, da er ohne tierische Proteine auskommt. Ist Hafermilch also die gesunde - vielleicht sogar bessere - Wahl im Vergleich zu Kuhmilch?

Zumindest in Umweltfragen hat der Pflanzendrink klar die Nase vorn. "Er hat eine bessere Ökobilanz als Milch oder andere pflanzliche Drinks, besonders wenn der Hafer aus Deutschland kommt", sagt Sabine Hülsmann, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. Ein Problem von herkömmlicher Milch ist vor allem der enorme Durst der Tiere: Eine durchschnittliche Kuh verschlingt global betracht rund 1050 Liter Wasser für einen Liter Milch - und stößt dazu klimaschädliches Methan aus.

Haferdrink und Kuhmilch im Vergleich

Aus ernährungsphysiologischer Sicht besitzt Kuhmilch allerdings zwei besonders wertvolle Inhaltsstoffe: Eiweiß und Kalzium. Die Proteine aus der Kuhmilch sind wichtig für den Aufbau von körpereigener Muskelmasse. Kalzium hält Knochen und Zähne stabil und hilft bei der Weiterleitung von Reizen im Nervensystem. 

Hier kann Hafermilch nicht mithalten. In ihr steckt von Natur aus weniger Eiweiß - in 100 Milliliter weniger als ein Gramm. Und auch der Kalziumgehalt bleibt mehr als überschaubar. "Für eine ausreichende Kalziumversorgung sollten kalziumreiche Lebensmittel zusätzlich auf dem Speiseplan stehen", rät Sabine Hülsmann.

700 bis 1200 Milligramm Kalzium sollten es für Erwachsene am Tag sein. Reich an dem Mineralstoff sind insbesondere tierische Lebensmittel wie Kuhmilch, Joghurt und Käse. Sinnvoll sind aber auch Gemüse wie Blattspinat, Grünkohl, Fenchel und Nüsse oder kalziumreiches Mineralwasser. Säfte oder Frühstückscerealien können ebenfalls mit Kalzium angereichert sein. Einige Hersteller bieten auch mit Kalzium angereicherte Haferdrinks an. Es lohnt sich also, einzelne Produkte miteinander zu vergleichen. Haferdrink ist nicht gleich Haferdrink.

Haferdrink eignet sich für eine kalorienbewusste Ernährung

Für die Herstellung von Hafermilch wird Hafer gemahlen, mit Wasser vermischt und fermentiert. Der Pflanzendrink schmeckt süß, da während der Fermentation Stärke in Zucker abgebaut wird. Hafermilch enthält daher ähnlich viel Zucker wie Kuhmilch. Im Kaloriengehalt lässt sich Hafermilch (42 Kilokalorien/100 Milliliter) mit fettarmer Kuhmilch (49 Kilokalorien/100 Milliliter) vergleichen - die pflanzliche Alternative eignet sich daher für eine kalorienbewusste Ernährung. Verbraucher, die Wert auf wenig Zucker legen, können auch zu Mandelmilch greifen. Die wiederum steht aber aus anderen Gründen in der Kritik: Der Anbau von Mandeln verschlingt viel Wasser. Zudem sind die Transportwege oft weit - Kalifornien gilt als Hauptanbaugebiet für die Nüsse.

Milchersatz: Hafermilch ist gut fürs Klima. Aber ist sie auch gesund?

Fazit

Haferdrinks sind eine gute, kalorienbewusste Alternative zu herkömmlicher Kuhmilch - das gilt vor allem für Menschen mit Laktoseintoleranz oder Allergiker (Milcheiweiß). Für Menschen mit einer Zöliakie oder solche, die kein Gluten essen wollen oder können, ist der Drink dagegen nicht geeignet.

Kuhmilch enthält zwar mehr Eiweiß und Kalzium als die pflanzliche Alternative - das lässt sich jedoch mit einer ausgewogenen Ernährung ausgleichen. Hafermilch ist generell fettärmer als Kuhmilch, der Zuckergehalt ist vergleichbar.

Quellen: Verbraucherzentrale / Ökotest

ikr

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