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Von EU zugelassen: Jetzt kommt die Spritze gegen Migräne

In der EU wird eine Spritze zugelassen, die Migräneattacken vorbeugen soll. Doch längst nicht alle Patienten kommen für die Behandlung in Frage. 

Eine junge Frau fasst sich an den Kopf

Kopfschmerzen, Übelkeit und Licht- und Geräuschempfindlichkeit: Das sind Symptome einer Migräneattacke

Getty Images

Die Attacke kann sich mit einem Flimmern im Sichtfeld ankündigen. Wenig später bricht sich die Migräne Bahn: Der Kopf dröhnt, es folgen Schwindel und Übelkeit. Lärm und Licht verschlimmern die Symptome oftmals. Migränepatienten hilft dann meist nur eines: Rückzug in einen dunklen Raum und Abschottung von der Außenwelt. Migräneattacken sind eine Qual - besonders wenn sie mehrere Male im Monat auftreten. 

Nun können diese Menschen auf einen neuen Therapieansatz hoffen: Die EU-Kommission hat dem Pharmaunternehmen Novartis die Zulassung des Antikörpers "Erenumab" erteilt. Laut Hersteller ist es das offiziell erste Mittel, das zur Vorbeugung von Migräneattacken zugelassen ist. 

Das Präparat wird unter dem Namen "Aimovig" vertrieben und in Form einer Spritze verabreicht. Eine Injektionslösung enthält nach Herstellerangaben 70 Milligramm des Wirkstoffs. Migränepatienten können sich das Mittel selbst unter die Haut des Oberschenkels oder des Bauchs spritzen. Das Präparat ist gegen Rezept zu haben und sollte nur von Ärzten verschrieben werden, die "mit der Diagnose und Behandlung von Migräne Erfahrung haben", heißt es seitens des Herstellers. 

Wie wirkt die Migränespritze?

Der Antikörper "Erenumab" blockt einen Rezeptor, der vermutlich an der Entstehung von Migräneattacken beteiligt ist. In Versuchen zeigte sich, dass der Antikörper bei einigen Patienten die Anzahl der monatlichen Attacken halbieren konnte. Rund jeder fünfte Patient sprach jedoch gar nicht auf das Mittel an. Andere wiederum nur moderat. 

Das Mittel ist nur für erwachsene Patienten zugelassen. Es kommt vor allem für Patienten mit chronischer (im Schnitt 18 Tage im Monat) oder episodischer Migräne (im Schnitt acht Tage pro Monat) in Frage. 

Häufige Nebenwirkungen des Präparats können Verstopfung, Juckreiz, Muskelspasmen oder Reaktionen an der Einstichstelle sein. Auch virale Infekte der Atemwege, Influenza und Rückenschmerzen treten unter dem Einfluss des Antikörpers verstärkt auf. Novartis plant nach eigenen Angaben, das Mittel noch in diesem Jahr auf den Markt zu bringen.

Unabhängige Experten sprechen von einem erfolgsversprechendem Ansatz, betonen aber, dass der Hauptbestandteil der Migräne-Therapie weiterhin in einer gesunden Lebensweise liegt. Dazu zählt: Sport betreiben, Entspannungstechniken lernen, einem geregeltem Lebensrhytmus nachgehen und ausreichend Schlaf.

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ikr
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