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Florida 13-Jähriger infiziert sich beim Baden im See mit einem Hirnparasiten – Tage später ist er tot

Naegleria fowleri
Amöbenart Naegleria fowleri unter dem Mikroskop
© Dr_Microbe / Getty Images
In den USA ist ein Teenager an einem hirnzersetzenden Parasiten gestorben. Eingefangen hat er sich den tückischen Schmarotzer vermutlich im Badesee eines Camping-Parks.

Ein 13-Jähriger aus Florida ist Anfang August an den Folgen einer Infektion mit einer Amöbe verstorben, die sein Hirngewebe zersetzt hat. Eingefangen hatte sich der Junge den Parasiten offensichtlich während eines gemeinsamen Urlaubs mit seinen Eltern. Wie das lokale Nachrichtenportal "News4Jax" berichtet, begann sich der Teenager krank zu fühlen – Tage nachdem nachdem er mit seiner Familie aus einem Camping-Park in Nordflorida in seine Heimatstadt Palatka, ebenfalls in dem US-Bundesstaat gelegen, zurückgekehrt war.

Dort war er im zur Ferienanlage gehörenden Badesee Schwimmen gegangen. Der Vater des Jungen sagte dem Bericht zufolge, sein Sohn hätte unter Übelkeit und schlimmen Kopfschmerzen gelitten, sich übergeben müssen und einen steifen Nacken gehabt. Die erste Praxis, die sie kontaktierten, diagnostizierte eine Streptokokken-Infektion. Aber die Eltern trauten dem Urteil nicht. Sie spürten, dass ihr Sohn etwas Schlimmeres hatte und fuhren ihn in die Uniklinik ins rund 70 Kilometer entfernte Gainesville. 

Und sie hatten Recht. Die Ärzte dort sagten dem Vater zufolge: "Es tut uns leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihr Sohn keine bakterielle Meningitis hat. Er hat eine parasitäre Amöbe und es gibt dafür keine Heilung". 

Naegleria fowleri: Die meisten Fälle verlaufen tödlich

Der Name der Amöbe ist Naegleria fowleri, sie ist der Erreger der Primären Amöben-Meningoenzephalitis, kurz PAM. "Für eine Infektion reicht vermutlich ein kurzer, einmaliger Kontakt", teilt das Robert Koch-Institut auf seiner Webseite zum Erreger mit. Die Amöben, zu finden in warmen Süßgewässern, gelangen demnach durch die Nase in das Zentrale Nervensystem und somit das Gehirn. Eine Infektion ist sehr selten (lesen Sie hier über einen weiteren Fall), aber hochgefährlich: Die meisten beschriebenen Fälle verliefen tödlich, schreibt das RKI. "Gelangt Naegleria fowleri mit dem Wasser zur Nasenschleimhaut, wandert die Amöbe entlang des Riechnervs ins Hirn und zersetzt innerhalb von wenigen Tagen das Hirngewebe", heißt es in einem Bericht der "Ärztezeitung" zum Thema. 

So war es auch im Fall des Teenagers aus Florida. Irgendwann konnte bei ihm keine Hirnaktivität mehr festgestellt werden. Seine Eltern entschlossen sich, die lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen. Nun möchten sie seine Geschichte verbreiten, um andere Menschen auf die Gefahren aufmerksam zu machen. Eltern sollten sich der Gefahr bewusst sein, die vom Wasser ausgehen kann, so der Vater des Jungen, denn, so sagt er weiter: "Ich kann Ihnen sagen, wir waren es nicht".

Quellen: "News4Jax", RKI, "Ärztezeitung"

rös

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