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FORSCHUNG: Schlafstörungen bei Kindern oft unterschätzt

Etwa 15 Prozent aller Kinder leiden nach neuesten Erkenntnissen unter behandlungsbedürftigen Schlafstörungen. Mediziner und Eltern erkennen die Probleme nur selten.

»Allein zwölf Prozent der Drei- bis Achtjährigen schnarchen so stark, dass es während des Schlafs zu Atemnot kommt«, sagte Gerhard Zwacka, Chefarzt des Schlafmedizinischen Zentrums Apolda (Thüringen), anlässlich einer Fachtagung. Mediziner und Eltern erkennen die Probleme seiner Ansicht nach zu selten.

Hilfe beim Angstabbau

»Typische kindliche Schlafstörungen sind Schlafwandeln, Albträume und auch körperliche Aggressionen«, sagte Zwacka. Beeinträchtigt ist dabei der so genannte REM- oder Traumschlaf (REM: rapid-eye-movement = rasche Augenbewegungen). »Während des Schlafwandelns erscheinen Kinder wach und sind auch ansprechbar, sie erinnern sich später aber nicht mehr daran.« Dagegen machen sich Kinder, die unter Albträumen leiden, durch Weinen oder Schreien bemerkbar. Während sich das Phänomen des Schlafwandelns mit zunehmendem Alter selbst verlieren, sind zum Angstabbau bei Albträumen autogene Techniken oder psychologische Beratung hilfreich.

Atemstörung bei Übergewichtigen

Für Atmungsstörungen während des Schlafs sind übergewichtige Kinder besonders anfällig. »Im Schlaf führen übermäßige Fettschichten zu flacherer Atmung, das schränkt die Sauerstoffversorgung ein«, sagte der Mediziner. Kinderärzte verkennen nach Einschätzungen des Experten das Problem häufig.

In Apolda endete am Wochenende eine Fachtagung, die sich mit Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen befasste. Daran nahmen etwa 80 Ärzte aus mehreren Ländern teil.

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