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Durchfall, Fieber, Bauchschmerzen: Gefährliche Keime: Was Reisende beachten sollten

Es muss nicht gleich eine Amöbe sein, die das Gehirn zerstört. Erreger, die den Bauch grummeln lassen, lauern überall. Mit ein paar Tricks schützen sich Reisende vor Bakterien in verunreinigtem Wasser und im Essen.

Bakterien lauern oft im Wasser

Bakterien lauern oft im Wasser

Der Mann kennt sich gut aus mit Bakterien – besonders mit jenen, die Touristen den Urlaub verderben können, weil sie ein Rumoren im Bauch oder gar Krämpfe im Darm verursachen. Hans Dieter Nothdurft ist Professor für innere und Tropen-Medizin am Klinikum der Universität München und Leiter der dort angesiedelten Reisemedizinischen Beratungsstelle. Verursacht wird Reisedurchfall in der Regel durch Bakterien in verunreinigtem Wasser, an Obst oder Gemüse. "Viren und Parasiten sind relativ selten der Grund“, sagt Nothdurft.

Das Risiko, einen Durchfall zu erleiden, hängt vom Urlaubsziel ab. "Gewöhnlich treten solche Verdauungsprobleme in tropischen und subtropischen Ländern mit einem niedrigen Hygienestandard auf", sagt der Mediziner. Aber auch dort gebe es deutliche Unterschiede. "In Indien bekommen bis zu 50 Prozent der Touristen eine solche Diarrhöe, in Nordafrika nur 10 bis 20 Prozent." Auch in Südeuropa erkranken Touristen bisweilen. Nothdurft: "Wir haben in Deutschland extrem sauberes Trinkwasser, deshalb reagieren wir schon auf kleine Verunreinigungen oft empfindlich. In Spanien etwa würde ich außerhalb der großen Städte kein Wasser aus dem Hahn trinken." Ein typischer Reisedurchfall ist eine nervige, aber undramatische Angelegenheit:

Normalerweise tritt er in der ersten Woche auf und ist in rund 80 Prozent der Fälle nach zwei bis drei Tagen wieder vorbei. "Da reicht es aus, viel Flüssigkeit zu trinken und mit Elektrolyten den Salz- und Mineralienhaushalt des Körpers aufzupäppeln", sagt Nothdurft. In Ausnahmefällen, wenn man etwa auf einer Tour nicht auf Toilette gehen kann oder möchte, können Medikamente, unter anderem mit dem Wirkstoff Loperamid, für einige Stunden die Verdauung beruhigen.

Halten die Beschwerden länger an oder treten daneben Fieber und Blut im Stuhl auf, könnte es sich um eine ernstere Krankheit wie die Bakterienruhr handeln. Dann sollte man vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen, der vermutlich Antibiotika geben wird. Wer in entlegene Gebiete ohne medizinische Versorgung reist, kann vorsorglich ein solches Antibiotikum mitnehmen.

Um einen Durchfall zu vermeiden, sollten Reisende sich an ein paar wichtige Regeln halten:

  • Obst und Gemüse vor dem Essen immer mit sauberem Wasser abwaschen, schälen oder kochen.
  • Trinkwasser nicht aus dem Hahn zapfen, sondern nur in versiegelten Flaschen kaufen.
  • Aufgeschnittene Früchte, Obstsäfte und Eiswürfel von Ständen an der Straße lieber meiden.

Rucksackreisende verwenden manchmal Tabletten, um Wasser aufzubereiten und potenziell gefährliche Keime darin zu töten. "Das funktioniert, schmeckt aber oft scheußlich“, sagt Nothdurft. Stattdessen empfiehlt er, kleine Keramikfilter zu verwenden. "Die halten Keime und Viren ordentlich zurück, darauf kann man sich verlassen."

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Torben Müller
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