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Tod nach Rafting-Tour: Amöbe zerstört das Gehirn einer 18-Jährigen

Ein Ausflug in einen Wildwasserpark endete für eine junge US-Amerikanerin tödlich: Die 18-Jährige infizierte sich in einem Gewässer mit einer Amöbenart. Kurz darauf war die junge Frau tot.

Das Foto zeigt die Amöbe Naegleria fowleri unter einem Mikroskop.

Die Amöbe Naegleria fowleri lebt in warmen Gewässern

Tragisches Ende eines Badeausfluges: Eine junge US-Amerikanerin ist im Bundesstaat Ohio gestorben, nachdem sie sich mit einer Amöbenart infiziert hat. Der Einzeller Naegleria fowleri lebt in warmen Gewässern, wie Seen, Flüssen oder warmen Quellen. Wird kontaminiertes Wasser durch die Nase eingeatmet, kann er bis zum Gehirn vordringen. Dort angekommen löst er eine Infektion aus, die das Hirngewebe zerstört.

Die 18-Jährige hatte Anfang Juni an einem Kirchenausflug teilgenommen. Gemeinsam mit Freunden war die junge Frau in einem Wildwasserpark im US-Bundesstaat North Carolina raften gegangen. US-Medien berichten, dass sie sich wohl dort mit dem Erreger infiziert hat. Wenige Tage nach dem Ausflug zeigte sie die Symptome einer Meningitis, einer Hirnhautentzündung, und starb.

Obwohl die Amöbenart in US-amerikanischen Gewässern recht häufig ist, sind Infektionen mit dem Erreger selten. Kontaminiertes Wasser muss durch die Nase eingeatmet werden, um eine Infektion auszulösen. Nach Angaben des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) ist es ungefährlich, verseuchtes Wasser zu verschlucken. Die Amöbe kann in Salzwasser nicht überleben, sie kommt daher nur in Süßwasser vor.

Geringes Ansteckungsrisiko

Laut CDC erkrankten seit dem Jahr 1962 rund 140 Menschen in den USA. Eine Infektion verläuft fast immer tödlich. Jedoch sind auch drei Fälle beschrieben, in denen Patienten eine Infektion mit Naegleria fowleri überlebt haben.

Nach einer Ansteckung dauert es etwa drei bis sieben Tage bis sich die ersten Symptome zeigen: Fieber, Übelkeit, Er­bre­chen, Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit. Betroffene verlieren die Kontrolle über ihren Körper, ihre Wahrnehmung ist stark eingeschränkt. Der Tod tritt meist innerhalb einer Woche ein, schreibt das RKI.

Aufs Schwimmengehen muss laut CDC jedoch niemand verzichten: Das Risiko, sich mit der Amöbe zu infizieren, sei "sehr gering". In den vergangenen zehn Jahren habe es 37 bestätigte Fälle in den USA gegeben. Dem gegenüber stünden Zehntausende Menschen, die in Flüssen und Seen ertrunken seien.

ikr

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