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Essen mit Nebenwirkung: Wie ein Stück Fleisch eine 15-Jährige in die Notaufnahme brachte

Ein Teenager wird mit Durchfall in die Notaufnahme gebracht. Bald ist das Mädchen in kritischem Zustand und muss operiert werden. Infiziert hatte sie sich mit einem Keim, der häufig in Fleisch vorkommt.

Geflügelfleisch im Supermarkt

Geflügel besser immer durcherhitzen

Picture Alliance

Die 15-Jährige kam in beklagenswertem Zustand in die Kindernotaufnahme der Bonner Uniklinik. Seit dem Vortag hatte sie sich ständig übergeben und etwa 20 Mal Durchfall gehabt. Wenn sie etwas trank, erbrach sie es gleich wieder. Sie wurde stationär aufgenommen. "Bei einem unkomplizierten Magen-Darm-Infekt hätten wir sie nicht dabehalten", erinnert sich Malik Aydin, damals angehender Kinderarzt in Bonn, heute am Helios Uniklinikum Wuppertal. "Aber sie wirkte schlapp und stark dehydriert. Die Mundschleimhaut war ausgetrocknet, unter den Augen hatte sie dunkle Ringe."

Außerdem klagte das Mädchen über Bauchschmerzen. Die Entzündungswerte im Blut waren mäßig erhöht. "Wir fragten sie, ob sie etwas Besonderes gegessen hätte, aber ihr fiel nichts ein", so Aydin. Per Infusion bekam sie eine Zucker-Elektrolytlösung und sollte eine Stuhlprobe abgeben. Darin fand sich das Stäbchenbakterium Campylobacter jejuni.

Seine Form erinnert entfernt an Spiralnudeln. Die Zahlen sind weniger appetitlich. Laut Robert-Koch-Institut fallen Campylobacter- Arten inzwischen als häufigste Bakterien bei meldepflichtigen Magen-Darm-Leiden auf: 2017 erkrankten 68.551 Deutsche – fast fünfmal so viele wie durch Salmonellen. Nur Noroviren befördern mehr Menschen in heimische Quarantäne.

Blinddarmentzündung durch Campylocater

Bei dem Mädchen blieb es nicht bei Magen- Darm-Symptomen: Auf der Kinderstation bekam sie hohes Fieber, die Entzündungswerte stiegen, und im Bauch staute sich Flüssigkeit. Die Ärzte operierten. Als sie den Bauch öffneten, sahen sie eine durchgebrochene Blinddarmentzündung und eine Bauchfellentzündung. Der Blinddarm wurde entfernt, der Bauchraum gespült. Nach 16 Tagen durfte die 15-Jährige schließlich nach Hause.

"Einige Studien belegen, dass Magen-Darm-Erreger auch eine Blinddarmentzündung verursachen können", sagt Kinderarzt Aydin. "In England fand sich zum Beispiel bei einer Untersuchung in 11 von 50 entfernten Blinddärmen auch Campylobacter. "Möglicherweise verlor auch die junge Patientin ihren Wurmfortsatz an das Bakterium. In seltenen Fällen kann es auch Arthritis auslösen, Herz, Blut oder Hirnhaut befallen.

Weltweit ist der Keim ein großes Problem: Pro Jahr erkranken Hunderte Millionen Menschen daran, vor allem Kinder. In Afrika und Asien hat sich das Bakterium fest etabliert, in Industrieregionen wie Europa oder Nordamerika ist es auf dem Vormarsch – vielleicht, weil heute mehr Fälle diagnostiziert werden. Trotzdem glauben Ärzte, die Zahlen seien nur die Spitze des Eisbergs.

Keim lauert im Darm

Hauptinfektionsquelle ist die Tierhaltung: Campylobacter siedelt im Darm von Vögeln, Schweinen, Rindern und anderen Tieren. Die zeigen kaum Symptome, scheiden den Keim aber mit dem Kot aus. Beim Schlachten, Melken oder Eierlegen gerät er auf Lebensmittel. Häufig infiziert man sich über Geflügel, vor allem Hähnchen, aber auch über rohes Hack, Mett, Eier, Rohmilch, Wasser aus Brunnen und Badeseen oder durch das Kuscheln mit Hund oder Katze. Manchmal auch über Hände oder Klinken. Wer Campylobacter im Darm hat, bleibt bis zu vier Wochen infektiös.

Weil man den Erreger im Essen nicht riecht (er überlebt auch die Tiefkühltruhe), sollten Geflügel und anderes Fleisch durcherhitzt werden: im Kern für zwei Minuten auf 70 Grad. Rohmilch besser abkochen, die Hände vor dem Kochen und jedes Mal, wenn man rohe Eier oder Fleisch angefasst hat, mit Seife waschen. Schneidebretter und Messer nach Gebrauch mit heißem Wasser und Spülmittel säubern. Und bitte nicht den Fleischsaft mit dem Schwamm von der Arbeitsplatte wischen und dann damit Teller spülen. Auf diese Weise werden die Bakterien zuverlässig im Haushalt verteilt.

No-Go aus hygienischer Sicht: Geflügel waschen

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.