VG-Wort Pixel

MDR-Beitrag aus dem Erzgebirge Eskalierende Corona-Lage: Seniorin weint vor Wut und Trauer – und spricht damit vielen aus dem Herzen

Eine Frau aus dem Erzgebirge gibt ein Interview
Das Interview wurde in einem Landkreis im Erzgebirge geführt, einer Gegend in der die Corona-Inzidenz zu diesem Zeitpunkt bereits die Schwelle von 2000 überschritten hatte
© Twitter Sven Knobloch, MDR
Im Erzgebirgskreis überschritt der Corona-Inzidenz-Wert die Schwelle von 2000. Als sich der MDR vor Ort umhörte, fasst eine Frau ihre Erschütterung zusammen und trifft damit einen Nerv.

"Natürlich mache ich mir Sorgen. Ich bin doppelt geimpft, warte auf meine Booster-Impfung. Mein Mann ist an Corona verstorben. Ich war im Krankenhaus. Und jetzt halte ich mich von meinen Enkeln fern, weil ich Angst habe, dass sie aus der Schule was nach Hause bringen. Und jetzt fahre ich auf den Friedhof", fasst eine Seniorin ihre Situation im Interview mit dem MDR zusammen, das der Journalist Sven Knobloch vergangenen Freitag twitterte und damit tausende betroffene Reaktionen der Twitter-User hervorrief.

Über die Verantwortlichkeit für die sich erneut zuspitzende Lage führt die interviewte Frau im MDR anschließend weiter aus: "Das ist so unmöglich, was hier passiert. Das dürfte nicht sein. Wenn im Sommer schon was gemacht worden wäre, dann wäre das alles nicht halb so schlimm." Sie bricht danach in Tränen. Ihre Verzweiflung und Ohnmacht ist mit jedem ihrer Worte greifbar und dürfte auch vielen anderen Menschen – bis Montag wurde der Tweet bereits 1,7 Millionen Mal angeklickt und knapp 35.000 Mal gelikt – aus dem Herzen sprechen.

Verzweiflung und Ohnmacht

Das Interview wurde im Erzgebirgskreis geführt – einem Landkreis, in dem die Corona-Inzidenz zu diesem Zeitpunkt die Schwelle von 2000 überschritten hatte. Aufgrund des dramatischen Corona-Infektionsgeschehens in der Region bleiben diese Woche beispielsweise die Rathäuser in Aue und Bad Schlema weitgehend geschlossen. Das gelte für unbestimmte Zeit, wie die Stadtverwaltung am Samstag mitteilte. "Wir sind Hotspot, müssen die Maßnahmen besonders verschärfen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen", sagte eine Sprecherin. Auch zum Schutz der Mitarbeiter werde der Publikumsverkehr eingestellt, wie im zweiten Lockdown.

Alle Ämter der rund 23.000 Einwohner zählenden Großen Kreisstadt sind zu den sonst üblichen Servicezeiten telefonisch und elektronisch erreichbar. "Präsenztermine werden nur für dringende und unaufschiebbare Angelegenheiten vergeben", hieß es. Der Zutritt sei dabei nur mit Termin und einem 3G-Nachweis möglich.

Quellen:  Twitter/Sven Knobloch, DPA

km

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker