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Unis Harvard und Sao Paolo Forscher finden heraus, wie Stress die Haare grau werden lässt

Die Entwicklung von grauen Haaren liegt vor allem in den Genen und am Alter. Aber auch Stress spielt eine Rolle.
Die Entwicklung von grauen Haaren liegt vor allem in den Genen und am Alter. Aber auch Stress spielt eine Rolle.
© Fabrice Michaudeau / Picture Alliance
Mit Experimenten an Mäusen haben Forscher der Universitäten Harvard und Sao Paulo untersucht, wie Stress dazu führt, dass Haare ihre Farbe verlieren. Dabei sind sie vielleicht auf ein mögliches Gegenmittel gestoßen.

"Deswegen solltest du dir keine grauen Haare wachsen lassen", sagt der Volksmund. Gemeint ist damit: "Stress dich nicht unnötig!" Dass zu viel Stress das Wachstum von grauen Haaren begünstigen kann, ist also keine Neuigkeit. Wie genau das funktioniert, das aber hat die Wissenschaft bislang noch nicht ausreichend beleuchtet. Forscher der Universitäten Harvard und Sao Paulo haben nun aber den genauen Zusammenhang zwischen Stress und dem Farbverlust der Haarpracht in Versuchen mit Mäusen belegt. Das teilen die Wissenschaftler in einem Beitrag auf Nature.com mit.

Intensiver Stress kann demnach direkt die Stammzellen schädigen, die für Haut- und Haarfarben zuständig sind. Die Forscher entdeckten, dass Mäuse mit dunklem Fell innerhalb von Wochen komplett weiß wurden, wenn sie wiederholt starkem Stress ausgesetzt waren. Erlebten die Mäuse Schmerz, so schütteten sie Adrenalin und Kortisol aus. Dadurch schlugen ihre Herzen schneller und ihr Blutdruck stieg – sie hatten Stress. Dieser Prozess beschleunigte den Abbau der Stammzellen, die Melanin für die Haare produzieren.

Forscherin konnte sich Ausmaß der Zerstörung nicht vorstellen

"Ich hatte erwartet, dass Stress schlecht für den Körper ist", wird Harvard-Forscherin Ya-Cieh Hsu von der BBC zitiert. "Aber die zerstörerischen Auswirkungen von Stress, die wir entdeckt haben, waren jenseits dessen, was ich mir vorstellen konnte." Bereits nach wenigen Tagen seien die Stammzellen, die Pigmente regenerieren, verloren gewesen. "Einmal zerstört, kann man keine Pigmente mehr regenerieren. Der Schaden ist dauerhaft."

In einem weiteren Experiment fanden die Wissenschaftler heraus, dass man diese Veränderungen in den Mäusen verhindern konnte, indem man den Tieren Antihypertensiva verabreicht. Diese Medikamente werden normalerweise gegen Bluthochdruck eingesetzt. Zudem verglichen sie die Gene von Mäusen mit und ohne Schmerzen und identifizierten so das Protein, das für die Veränderungen in den Stammzellen verantwortlich zu sein scheint. Unterdrückten die Forscher dieses Protein, verloren die Mäuse ebenfalls nicht ihre Fellfarbe.

Theoretisch könnte ein Medikament, das dieses Protein blockiert, also ein Weg sein, um auch bei Menschen den Farbverlust der Haare zu unterbinden oder zumindest zu verzögern. Wann die Haare grau werden, hängt nämlich vor allem mit den Genen und dem Alter einer Person zusammen. "Diese Forschungsergebnisse bieten keine Heilung oder Behandlung für graue Haare", sagt Forscherin Hsu. Es sei lediglich der Anfang einer langen Reise, um möglicherweise ein entsprechendes Mittel zu finden.

Quellen:  Nature / BBC

fin

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