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Bewohner missachteten Quarantäne Weitere Coronavirus-Fälle in abgeriegeltem Hochhaus – Rätsel um entdeckten Leichnam gelöst

Hochhaus in Grevenbroich wegen Coronavirus unter Quarantäne gestellt
In dem Hochhaus-Komplex in Grevenbroich gibt es fünf weitere Coronavirus-Infektionen. Zusätzlich fanden Einsatzkräfte in einer der Wohnungen eine Leiche.
© Marius Becker / DPA
Ein Hochhaus-Komplex in Grevenbroich ist in den Schlagzeilen. Weil sich Bewohner nicht an ihre Quarantäne-Regeln gehalten haben, wurden alle Menschen in dem Gebäude getestet. Das Ergebnis liegt nun vor. Und auch zu einem aufgefundenen Leichnam gibt es nun Klarheit.

In dem unter Quarantäne gestellten Hochhaus-Komplex in Grevenbroich (Rhein-Kreis Neuss/Nordrhein-Westfalen) haben sich fünf weitere der mehr als 400 Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Das Ergebnis des Massentests gab der Kreis laut Nachrichtenagentur DPA am Vormittag bekannt.

Und auch in einer anderen Frage gibt es nun Klarheit: Nachdem Einsatzkräfte am Montag in einer der 117 Wohnungen eine Leiche eines Mannes entdeckt haben, ist nun dessen Identität ermittelt worden. Es handele sich um den 58 Jahre alten Wohnungsinhaber, teilte die Polizei am Morgen mit. Bislang liegen den Ermittlern demnach keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor. Ob der Mann an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben ist, ist nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft müsse entscheiden, ob der Leichnam obduziert wird, sagte eine Polizeisprecherin.

Bewohner hielten sich nicht an Coronavirus-Quarantäne

Der Hochhaus-Komplex im Zentrum der 64.000-Einwohner-Stadt war am Wochenende in die Schlagzeilen geraten. Acht Mitglieder zweier Familien, die in dem Gebäude wohnen und nachweislich mit dem Coronavirus infiziert sind, haben sich laut Behörden nicht an die angeordnete häusliche Quarantäne gehalten. Die Erwachsenen und Kinder haben den Angaben des Kreises zufolge weiterhin Kontakt zu anderen Bewohnern gehabt.

Nach Bekanntwerden der Verstöße gegen die Anordnung haben Kreis- und Stadtverwaltung sich zu einem Massentest der Bewohner entschlossen und eine provisorische Teststation mit drei Zelten auf dem Parkplatz der Wohnanlage errichtet. 377 Bewohner haben sich freiwillig testen lassen, die übrigen 75 wurden vom Gesundheitsamt unter 14-tägige Quarantäne gestellt.

Auch die negativ getesteten Menschen dürfen das Grundstück vorerst weiter nicht verlassen. Zunächst müssten die näheren Kontaktpersonen der Infizierten ermittelt werden. Vermutlich könne die Quarantäne für die übrigen aber im Laufe des Tages aufgehoben werden, sagte ein Stadtsprecher. Insgesamt 115 Mitarbeiter von Rotem Kreuz und dem Gesundheitsamt waren bei der Aktion am Wochenende im Einsatz.

Die beiden Familien, die durch ihre Verstöße gegen die Quarantäne-Auflagen den Massen-Coronavirus-Test nötig gemacht haben, seien inzwischen anderswo untergebracht. Details nannte der Kreis nicht. Aber es sei ein Ort, an dem "sichergestellt ist, dass sie sich an die Quarantäne-Maßnahmen halten", sagte ein Sprecher am Wochenende.

Quellen:Rhein-Kreis Neuss, Nachrichtenagentur DPA

wue

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