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Vater warnt auf Facebook: Wegen einer Herpes-Infektion ist der kleine John schwer krank

Herpesbläschen sind lästig, doch in der Regel harmlos. Bei Neugeborenen kann das Virus jedoch lebensgefährliche Komplikationen auslösen. Der Vater eines schwer kranken Jungen wendet sich nun mit einem Facebook-Post an die Öffentlichkeit – und mahnt zu mehr Vorsicht.

Baby John hat Herpes und ist schwerkrank, sein Vater warnt in einem Facebook-Post vor dem Virus

"Für John ist es zu spät": Mit einem Facebook-Post wendet sich der Vater des kleinen John an die Öffentlichkeit

Herpesbläschen sind ein wiederkehrendes Ärgernis: Ist das Virus einmal im Körper, bleibt es dort ein Leben lang. Normalerweise kann das körpereigene Immunsystem den Erreger gut in Schach halten – doch ist die Abwehr geschwächt, breiten sich die Erreger aus und führen zu unangenehmen Begleiterscheinungen: rote, juckende Bläschen, meist an der Lippe.

Für den Großteil der Betroffenen ist Herpes vor allem ein kosmetisches Problem. Nach einigen Tagen bilden sich die Bläschen zurück, der Juckreiz lässt nach. Doch was viele Betroffene nicht wissen: Für Neugeborene kann das Virus lebensgefährliche Konsequenzen nach sich ziehen. Da bei ihnen die Immunabwehr noch nicht vollständig ausgebildet ist, können Erreger bis zum Gehirn vordringen und dort eine Entzündung verursachen. In der Folge drohen geistige Behinderungen, Augenschäden und Krampfanfälle – bis hin zum Tod des Neugeborenen.

Zwei Wochen nach der Geburt begann John zu zittern

Vor dieser Gefahr warnt nun ein Hamburger Vater auf Facebook: In seinem Post beschreibt Toto Rockin, dass sich sein kleiner Sohn John mit dem Herpes-Virus infiziert hat. Zwei Wochen nach der Geburt habe der Kleine plötzlich angefangen unruhig zu werden, zu zittern und sich zu überstrecken. "Die Hebamme nahm an, dass es sich um eine durch die schnelle Geburt hervorgerufene Blockade handelte", heißt es auf Facebook.

Als die Beschwerden immer schlimmer wurden, fuhren die Eltern ins Krankenhaus. Dort wurde der Junge sofort intensivmedizinisch betreut, bekam Antibiotika und antivirale Mittel. Nach vier Tagen des Wartens dann die Diagnose: John litt an Herpes Encephalitis, einer durch Herpes-Viren verursachten Entzündung des Gehirns.

"Für John ist es zu spät. Er wird nie wieder gesund."

Offenbar hatte sich der Junge während oder nach der Geburt unbemerkt mit dem Virus infiziert – woher der Erreger stammt, ist unklar. Große Teile seines Gehirns seien schwer geschädigt oder zerstört, schreibt der Vater auf Facebook, auch die Entzündung bessere sich trotz Therapie nicht: "John muss nun alleine kämpfen und niemand kann sagen, ob er es schaffen wird oder ob ihm noch Jahre, Monate, Wochen oder Tage bleiben, bis sein Gehirn versagt."

Ziel der Nachricht ist es, Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken: Sie würden niemanden stigmatisieren wollen, schreiben Johns Eltern in dem Post, sondern lediglich ins Gedächtnis rufen wollen, dass Herpesbläschen ansteckend seien. Betroffene sollten sich daher von Babys fernhalten – und auch nicht mal eben kurz in den Kinderwagen schauen, da die Gefahr bestehe, das Kind anzustecken. Für John sei es zu spät, er werde nie wieder gesund. Doch vielleicht bekomme sein schwerer Weg einen Sinn, wenn einem anderen Kind dafür Leid erspart bleibe, heißt es in dem Post. Bild und Text wurden in den letzten Tagen mehr als 32.000-Mal auf Facebook geteilt.

Herpes bei Neugeborenen: Die unterschätzte Gefahr

Neugeborene können sich bereits während der Geburt mit Herpes anstecken, wenn der Geburtskanal mit Viren infiziert ist. Das ist der Fall, wenn die Mutter an Genitalherpes leidet. Seltener stecken sich Neugeborene durch enge Kontaktpersonen nach der Geburt an. Die Beschwerden einer Herpesinfektion bei Neugeborenen variieren stark und reichen von Hautbläschen über Blutvergiftungen bis hin zu Hirnentzündungen.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) rät daher zu Vorsichtsmaßnahmen, sollten Eltern oder Kontaktpersonen von Neugeborenen und Säuglingen an einem akuten Herpes-Schub leiden: Dazu zählen regelmäßiges Händewaschen und das Tragen eines Mundschutzes in der Nähe des Kindes. Auch Küssen und Schmusen sind mit Lippenbläschen tabu.

ikr
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