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Hintergrund: Die gängigsten Dopingmethoden

Seit Jahrzehnten nutzen Sportler Doping als Mittel zur Leistungssteigerung. Den betrügerischen Erfolg erkaufen sie sich dabei mit gesundheitlichen Risiken.

Je kommerzieller der Sport wurde und je mehr für die Athleten finanziell zu holen war, desto mehr nahm Doping zu - trotz aller gesundheitlichen Gefahren. Zur Unterbindung spannten Weltverbände und nationale Organisationen ein immer engeres Netz aus unangekündigten Kontrollen während Trainingsphasen und Wettkämpfen. Immer wieder wurden Akteure überführt. Verschwunden sind die unlauteren Tricks trotzdem nicht.

Epo und Blutdoping sind in Mode gekommen

Vor allem bei Ausdauerdisziplinen ist in jüngeren Jahren Doping mittels Epo (Erythropoietin) und eigenes oder fremdes Blut in Mode gekommen - beide Methoden sind verboten und werden mit jahrelanger Sperre geahndet. Sie zielen darauf ab, die Zahl der roten Blutkörperchen zu erhöhen, um die Sauerstoffkonzentration im Körper zu verbessern. Die Lunge kann dadurch die Muskeln stärker versorgen - die Ausdauer des Athleten steigt. Einzige legale und obendrein risikolose Alternative ist das Höhentraining in sauerstoffarmer Luft. Der Körper entwickelt hier mehr rote Blutkörperchen. Als sicher gilt, dass Sportler das Höhentrainig mit Blutdoping verbinden, um maximale Wirkung zu erzielen.

Beim Blutdoping bekommt der Akteur vor dem Wettkampf eine mit Sauerstoff angereicherte Bluttransfusion. Dies kann ihm selbst abgenommenes, konserviertes Blut sein oder Blut eines anderen Menschen der selben Blutgruppe. Hier zeigt sich auch die Schwierigkeit für Fahnder, Dopingsündern auf die Spur zu kommen. Denn hinzugefügtes Eigenblut unterscheidet sich "natürlich" nicht von bei Kontrollen entnommenem Blut des Sportlers. Bei den Olympischen Spielen in Athen vor zwei Jahren wurde erstmals eine Methode zum Nachweis von Fremdblut angewandt, die allerdings noch nicht als der Weisheit letzter Schluss gilt.

Epo kann Thrombosen verursachen

Eine ähnliche Wirkung wie Blutdoping hat der Einsatz von Epo, ein in der Niere produziertes Hormon. Es sorgt dafür, dass ein Mensch genügend rote Blutkörperchen im Blut hat. Durch Einnahme von künstlich produziertem Epo wird die Zahl roter Blutzellen erhöht. Doping-Experten wie Andreas Pfeiffer von der Berliner Charite verweisen auf schlimme Nebenwirkungen. So kann das Blut zu dick werden und Thrombosen verursachen. Auch Kreislaufversagen wird auf Epo-Einnahme zurückgeführt.

Die Enttarnung von Epo-Missbrauch gilt als schwierig, da sich körpereigenes und künstlich hergestelltes EPO kaum unterscheiden. Dopingfahnder sind dabei, ein Nachweisverfahren zu entwickeln. In einigen Disziplinen werden die Hämatokrit-Werte der Sportler gemessen, also der Anteil der roten Blutkörperchen (Hämoglobin) im Blut. Ist er zu hoch, kann der Akteur gesperrt werden. Damit liegt kein Beweis für Doping vor, nicht einmal ein handfestes Indiz. Denn es gibt Athleten, die hormonbedingt einen überdurchschnittlich starken Hämatokrit-Wert haben.

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