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Empfehlung der Impfkommission AstraZeneca-Impfstoff bald auch für über 65-Jährige – Spahn: "Gute Nachricht für alle Älteren"

Eine Krankenschwester sticht einem älteren, weißhaarigen Mann eine Spritze in den linken Oberarm. Beide tragen OP-Masken
Sehen Sie im Video: Frankreich impft nun Menschen bis 75 mit Astrazeneca gegen Corona.




In Frankreich sollen nun auch Menschen über 65 Jahren mit dem Vakzin von Astrazeneca geimpft werden. Wer zwischen 65 und 75 Jahren alt ist und an einer Vorerkrankung wie Diabetes oder Bluthochdruck leidet, kann den Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns bekommen. Das betreffe potenziell rund 2,5 Millionen Menschen, sagte der französische Gesundheitsminister Olivier Véran. Für Personen über 75 Jahren werde aber weiterhin der Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna eingesetzt. Frankreichs oberste Gesundheitsbehörde hatte bisher empfohlen, den Impfstoff Astrazeneca vor allem bei Erwachsenen unter 65 Jahren einzusetzen. Neuen Daten der britischen Gesundheitsbehörde zufolge schützt der Impfstoff auch ältere Menschen. Demnach habe sich unter anderem die Zahl der Krankenhauseinweisungen drei bis vier Wochen nach der ersten Impfung mit Astrazeneca um 80 Prozent verringert. Frankreichs Regierung hatte angekündigt, die derzeitigen Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie, einschließlich einer nächtlichen Ausgangssperre, für die nächsten vier bis sechs Wochen beizubehalten.
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Bald können in Deutschland auch Menschen über 65 Jahren mit AstraZeneca geimpft werden. Bisher wurde der Impfstoff nur für unter 65-Jährige empfohlen – doch nun gibt es genügend Daten, die die Empfehlung der Impfkommission untermauern.

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca wird in Deutschland bald auch Menschen über 65 Jahren verabreicht. Die Ständige Impfkommission (Stiko) des Robert-Koch-Instituts teilte am Donnerstag mit, dass sie ihre Empfehlung entsprechend ändere, da für die höhere Altersgruppe inzwischen auch ausreichend Daten vorlägen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) begrüßte, dass Ältere nunmehr schneller geimpft werden könnten.

Bislang hatte die Stiko die Verabreichung des AstraZeneca-Vakzins nur für Menschen unter 65 empfohlen; entsprechend wurde auch verfahren. Als Grund war die mangelnde Datenbasis über die Wirksamkeit in der höheren Altersgruppe angegeben worden.

Stiko: "Gute Wirksamkeit des Impfstoffs in höheren Altersgruppen"

Die Entscheidung, den Impfstoff nun auch für Ältere zu empfehlen, beruhe auf "einer intensiven Analyse und Bewertung von neuen Studiendaten, die erst innerhalb der vergangenen Tage als Vorab-Publikationen verfügbar wurden", erklärte die Stiko am Donnerstag.

"Die Daten, die im Rahmen der breiten Anwendung des Impfstoffs in England und Schottland erhoben wurden, liefern erstmals robuste Ergebnisse zur guten Wirksamkeit des Impfstoffs in höheren Altersgruppen bereits nach einer Impfstoffdosis", hieß es weiter. "Die Wirksamkeit wurde in Bezug auf die Verhinderung von Covid-19 Erkrankungen und insbesondere auch in Bezug auf die Verhinderung schwerer Krankheitsverläufe eindrücklich belegt."

Die Entscheidung, die Empfehlung zu ändern, fiel den Angaben zufolge am Mittwoch. Nun könnten noch Stellungnahmen dazu eingereicht werden. "Angesichts der außergewöhnlichen Situation und des großen, verständlichen Informationsbedürfnisses der Bevölkerung" habe sich die Stiko entschieden, trotz dieses noch ausstehenden Verfahrens "vorab" die Öffentlichkeit zu informieren.

"Möglichst zwölf Wochen" Abstand zwischen der Erst- und Zweitimpfung

Die neue Empfehlung sei "eine gute Nachricht für alle Älteren, die auf eine Impfung warten. Sie können schneller geimpft werden", erklärte Bundesgesundheitsminister Spahn. Zur Umsetzung der Änderung muss die Impfverordnung entsprechend angepasst werden. 

Die bisherige Altersbegrenzung bei der Empfehlung gilt als wichtiger Grund für die geringere Akzeptanz des Impfstoffs gegenüber anderen Präparaten in der Bevölkerung. Stiko-Chef Thomas Mertens hatte die Änderung der Empfehlung in der vergangenen Woche bereits angekündigt.

Die Stiko erklärte am Donnerstag auch, dass der Abstand zwischen der Erst- und Zweitimpfung bei AstraZeneca "möglichst zwölf Wochen" betragen solle. Zuvor war ein Abstand von neun bis zwölf Wochen empfohlen worden. Menschen, die eine Corona-Infektion bereits durchgemacht haben, sollen frühestens sechs Monate nach der Diagnose eine einzige Impfung erhalten.

Spahn erklärte dazu, die neuen Studiendaten belegten, dass der Impfstoff bei einem Abstand von zwölf Wochen "noch wirksamer" sei. "Beide Empfehlungen werden wir sehr zeitnah in der Verordnung umsetzen", kündigte er an.

les / AFP

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