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Masern in Berlin: Fünf Fakten zur Masernimpfung

Politiker erwägen eine Imfpflicht gegen Masern - und stoßen damit auf teils heftige Proteste. Dabei ist die Impfung ungefährlich und wirksam. Wir erklären, wie sie funktioniert und wie sicher sie ist.

Der kleine Piks ist unangenehm, aber wichtig.

Der kleine Piks ist unangenehm, aber wichtig.

1. Wie die Impfung den Körper gegen Viren wappnet

Die Masern-Vakzine ist ein sogenannter Lebendimpfstoff. Er wird also aus echten, aber abgeschwächten und vermehrungsunfähigen Viren hergestellt, die den Körper in der Regel nicht krank machen, sondern nur provozieren. Als Schutzreaktion bildet unser Immunsystem Abwehrstoffe, sogenannte Antikörper, gegen die Keime - und zwar recht schnell: Schon nach vier bis sechs Wochen enthält das Blut des Geimpften genügend Antikörper, um einen sicheren Schutz gegen die Erreger zu gewährleisten.

2. So sicher ist der Impfschutz

Keine Impfung schützt ausnahmslos alle Geimpften zu hundert Prozent. Doch statistisch gesehen ist die Masernimpfung sehr sicher: Laut dem Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) würden im Fall einer Epidemie etwa 97 bis 98 von 100 nicht geimpften Menschen erkranken - von den Geimpften träfe es dagegen nur zwei bis drei.

Wichtig ist, dass Eltern auch die zweite Impfung durchführen lassen. Laut einer Überblicksstudie aus dem Jahr 2011 liegt die Wirksamkeit einer einzigen Masern-Impfstoffdosis im Durchschnitt bei 91 Prozent. Ein kleiner Teil der Kinder ist also auch nach der Impfung noch für Masernviren empfänglich und auf die zweite Impfdosis angewiesen.

3. Nebenwirkungen sind möglich, aber selten

Es gibt keine Wirkung ohne Nebenwirkung - dieser Grundsatz gilt auch für die Masernimpfung. Zu den harmloseren Unannehmlichkeiten zählen leichte Rötungen und Schmerzen an der Einstichstelle. Auch Kopfschmerzen, Fieber, Magen-Darm-Beschwerden, Ohrenschmerzen und Atemwegsreizungen sind möglich.

Zu ernsthaften Impfschäden hingegen kommt es äußerst selten - laut der letzten Erhebung kommt es pro 16 Millionen Impfstoffdosen gerade einmal zu sieben schweren Komplikationen. Auch das Risiko, sich über den Impfstoff mit Masern, den sogenannten "Impfmasern", zu infizieren, ist gering. Laut RKI kommt es bei rund fünf Prozent der Geimpften nach etwa einer Woche zu einem masernartigen Hautausschlag. Dieser ist allerdings weder infektiös, noch mit einer echten Masernerkrankung vergleichbar, die nicht nur zu Pusteln, sondern auch zu gefährlichen Folgeerkrankungen wie Mittelohr- oder Lungenentzündungen führen kann.

Einige Eltern befürchten auch, dass ihre Kinder sich mit der sogenannten Masern-Enzephalitis anstecken. Das passiert aber äußerst selten: Nur etwa einer von einer Million Geimpften erkrankt daran. Bei echten Masern trifft die Entzündung dagegen jedes tausendste Kind.

4. In bestimmten Fällen ist von der Impfung abzuraten

Menschen mit einer krankheitsbedingten oder angeborenen Immunschwäche sollten auf die Impfung mit dem Lebendimpfung verzichten. Auch Schwangeren raten Ärzte von der Impfung ab. Während der Stillzeit stellt sie dagegen keine Gefährdung da. Auch Allergiker müssen sich keine Sorgen machen: Die Vakzine kann zwar Spuren von Hühnereiweiß enthalten, Untersuchungen haben aber gezeigt, dass die Impfung bei Kindern mit einer entsprechenden Allergie keine Probleme verursacht. "Ausschließlich Kinder mit klinisch sehr schwerer Hühnereiweißallergie sollten unter besonderen Schutzmaßnahmen und anschließender Beobachtung geimpft werden", rät das RKI.

5. Auch Erwachsene können sich impfen lassen

Erwachsene, die keine oder nur eine Impfung erhalten haben, sollten das unbedingt nachholen - besonders die jüngeren Jahrgänge, die nach 1970, also dem Einführungsjahr der Masernimpfung, geboren wurden. Denn in der Anfangszeit gab es nur einen Totimpfstoff, der nicht so gut wirksam war. Außerdem war es damals üblich, sich nur einmal gegen Masern impfen zu lassen.

Vor 1970 gab es in Deutschland mehrere Masern-Wellen - die meisten Menschen aus den älteren Generationen sind also auf "natürliche" Weise immunisiert, weil sie die Krankheit aller Wahrscheinlichkeit durchlebt haben.

Lydia Klöckner
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