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Klon-Pionier: Verteidigung gegen Fälschungsvorwürfe

Dem Klon-Forscher Hwang Woo Suk war die Fälschung seiner sensationellen Forschungsergebnisse vorgeworfen worden. Nun wehrt sich der "King Of Cloning" gegen die Anschuldigungen.

Der südkoreanische Klon-Pionier Hwang Woo Suk hat sich gegen Vorwürfe gewehrt, er habe Forschungsergebnisse gefälscht. Der Wissenschaftler kündigte Beweise dafür an, dass er tatsächlich auf Patienten zugeschnittene Stammzellen erzeugt habe, wie er es im Mai in der US-Fachzeitschrift "Science" berichtet hatte. Dennoch ziehe er den Artikel zurück.

Fünf der elf umstrittenen Zell-Linien würden gerade aufgetaut und untersucht. Die Ergebnisse erwartet Hwang in zehn Tagen. Einige der Zellen seien durch einen Pilz verunreinigt. Er wolle deshalb dem Verdacht nachgehen, dass die Zellen manipuliert oder ersetzt worden seien. "Wer, mit welcher Absicht, in welchem Ausmaß und warum hat so etwas getan?" sagte der Forscher.

Die Nationaluniversität in Seoul teilte mit, sie wolle eine Untersuchung des Falls vorantreiben. Zuvor hatte ein enger Mitarbeiter des Wissenschaftlers, Roh Sung Il, erklärt, Hwang habe ihm gegenüber die Fälschungen zugegeben. Neun der Stammzell-Linien seien fingiert gewesen.

Aktienkurse zeichnen Verluste

"Ich bin sicher, dass Gegner der Stammzellforschung das nutzen werden, um zu zeigen, dass es Probleme mit dieser Wissenschaft gibt und dass sie nicht wirksam reguliert wird", sagte Bioehtik-Experte David Winickoff an der Universität von Kalifornien in Berkeley. Die Aktien südkoreanischer Biotechnologie-Unternehmen verzeichneten Kursverluste. Analysten machten dafür auch die Affäre um Hwang verantwortlich.

Der Wissenschaftler ist vor allem bekannt geworden, weil er die ersten menschlichen Embryos und den ersten Hund geklont hat. Er gilt in Südkorea als Held, da er das Land zu einem der wichtigsten Standorte für die Stammzellforschung gemacht hat.

Öffentliche Entschuldigungen

Frühere Zweifel an seiner Arbeit hatte Hwangs Team stets dementiert und dabei auf interne Kontrollen verwiesen. Am Dienstag hatte der US-Wissenschaftler Gerald Schatten darum gebeten, seinen Namen aus einem gemeinsam mit Hwang veröffentlichten Artikel zu streichen. Am 24. November entschuldigte sich der Südkoreaner öffentlich dafür, dass zwei Mitarbeiterinnen eigene Eizellen für seine Forschungen gespendet hatten.

Die Arbeit an den Embryos soll dazu dienen, Behandlungsmethoden gegen bisher unheilbare Krankheiten zu entwickeln. Kritiker sehen ethische Maßstäbe in Gefahr.

DPA / DPA

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