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Schutz gegen Corona FFP2-Masken und KN95-Atemschutz: Wo liegen die Unterschiede? Und schützt beides gleich gut?

FFP2-Maske versus KN95
Sehen Sie im Video: Maske ist nicht gleich Maske – Expertin erklärt Unterschied mit einfachem Trick.




Stichwort: Mund-Nase-Schutz. Das Thema ist zurzeit in aller Munde. Hintergrund sind die Verschärfungen der Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie. Stoffmasken reichen künftig nicht mehr aus im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkaufen - das Tragen einer medizinischen Schutzmaske wird dort zur Pflicht. Das haben Bund und Länder während ihrer mehrstündigen Beratungen am Dienstag beschlossen. Allerdings werden dabei nicht nur FFP-2-Masken vorgeschrieben, sondern auch das Tragen von deutlich billigeren OP-Masken ist ausreichend. Anke Rüdinger hat in ihrer Apotheke auf der Landsberger Allee in Berlin noch alle Varianten vorrätig: "Der Unterschied zwischen den Stoffmasken und den medizinischen Masken liegt einfach an der Dichtheit. Ich weiß nicht, ob Sie diesen Test kennen mit dem Auspusten der Kerze. Es gibt halt den Test, dass man mit einer Stoffmaske eine Kerze auspustet, mit der OP-Maske und mit einer FFP2-Maske. Und da sieht man ganz eindeutig den Unterschied. Durch eine Stoffmaske, wenn sie nicht extrem dicht ist, gibt's natürlich auch Unterschiede, kann man eine Kerze also mühelos auspusten, mit einer OP-Maske wird es schon ein bisschen schwieriger, mit der FFP2-Maske ist es nahezu aussichtslos." Aber egal für welche Maske man sich entscheidet, sie muss richtig aufgesetzt werden und möglichst dicht abschließen. Und vor allem gelten auch weiterhin die Abstands- und Hygieneregeln. Und die Apothekerin betont: Für einen optimalen Schutz müssen notwendigerweise möglichst alle Maßnahmen eingehalten werden.
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Wegen einer Sondergenehmigung sind in Deutschland noch viele Masken mit dem KN95-Standard im Umlauf. Schützen sie genauso gut wie FFP2-Masken? Und welche Standards gibt es noch?

FFP2-Masken sind derzeit vor vieler und in fast aller Munde. Der professionelle Atemschutz ist in Bayern seit dem 18. Januar in ÖPNV und in Geschäften vorgeschrieben. Bundesweit kam die Pflicht zwar nicht, lediglich "medizinische Masken" sind vorgeschrieben. Sicher ist aber, dass der Schutzstandard einen besseren Schutz vor einer Corona-Infektion bietet als Alltags- oder auch OP-Masken, da die Profi-Masken anders als die genannten Alternativen auch die Träger*innen schützen, wenn sie richtig angelegt werden. 

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek wies darauf hin, dass auch als gleichwertig betrachtete Schutzstandards, etwa nach der chinesischen Norm KN95, im Freistaat erlaubt sein sollten. Wo liegen die Unterschiede der KN95-Masken zum europäischen Standard FFP2?

Unterschiede zwischen FFP2 und KN95

Wie das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf stern-Anfrage mitteilt, werden KN95-Filter nur auf ihre hydrophilen (wassergebundenen) Filtereigenschaften getestet, FFP2-Masken zusätzlich auf lipophile (ölgebundene) Filtereigenschaften. Da SARS-CoV-2-Aerosole aber nicht ölgebunden sind, wurde im vergangenen Jahr für KN95 eine temporäre Sonderzulassung erteilt, denn, so schreibt das BfArM: "Die Leistungsanforderungen der beiden Maskentypen für hydrophile Aerosole sind vergleichbar".

Im Video: Wissenswertes zur FFP2-Maske, zum Beispiel, an welcher Kennzeichnung sie zu erkennen ist: 

Ein Mann mit Bart und eine Frau tragen eine Maske

Der chinesische Atemschutz KN95 durfte daher 2020 zeitweilig mit einer Sonderzulassung eingeführt und als Corona-Pandemie-Atemschutz (CPA) verkauft werden. Grund war ein Versorgungsmangel, besonders für Mitarbeiter*innen des Gesundheitswesens und anderer systemrelevanter Einrichtungen. Die Masken mussten dafür nach einem vereinfachten Prüfgrundsatz von einer für persönliche Schutzausrüstung notifizierten Stelle geprüft und behördlich zugelassen werden. Die CPA-Zulassungen mussten dem Käufer beim Kauf vorgezeigt werden. 

Diese vereinfachten Prüfverfahren liefen jedoch nach Ende September 2020 aus, weil mittlerweile genug Atemschutz zur Verfügung stand. "Ware die zuvor entsprechend zertifiziert wurde, darf jedoch weiterhin als persönliche Schutzausrüstung verkauft werden, gekauft weiterhin benutzt werden", heißt es dazu auf stern-Anfrage aus der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua). Sprich: Bereits zertifizierte KN95-Masken dürfen zwar noch verkauft und benutzt werden, jedoch wird seit dem 1. Oktober 2020 nicht mehr geprüft und damit auch nicht mehr neu zertifiziert. 

Zudem, so heißt es seitens der Baua, dürfen laut einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums zur Sicherstellung der Versorgung außer FFP2 auch filtrierende Halbmasken nach den Standards weiterer Länder eingeführt werden. Das gelte "solange, bis die Verordnung nach offizieller Beendigung der epidemischen Lage nach Infektionsschutzgesetz außer Kraft gesetzt wird". Die Verordnung umfasst folgende Standards, deren Normen laut dem Deutschen Institut für Normung (DIN) untereinander annähernd gleich sind: 

  • N95 (USA)
  • P2 (Australien)
  • DS2 (Japan) 
  • CPA (KN95 aus China)

Wer also einen zertifizierten Atemschutz nach einem der Standards zur Verfügung hat, kann diesen auch benutzen und davon ausgehen, ähnlich wirksam wie mit einer FFP2-Maske gegen SARS-CoV-2-Aerosole geschützt zu sein. 

Quellen: Baua, BfArM, DIN, Bundesgesundheitsministerium, "Pharmazeutische Zeitung" (I, II)


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