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Alle Infos im Überblick FFP-Masken: Was bedeuten die Schutzstufen? Und was muss man beim Kauf beachten?

Ein Mann mit einer FFP-Maske
Ein Mann mit einer FFP-Maske
© Axel Heimken / DPA
Atemschutzmasken sind im Kampf gegen das Coronavirus unerlässlich. Wer sich selbst und sein Umfeld schützen möchte, greift am besten zu FFP-Masken. Wir erklären, was Sie zu dem Thema wissen müssen.

FFP-Masken sind in Zeiten der Corona-Pandemie eine sinnvolle Alternative zum klassischen Mund-Nasen-Schutz aus Stoff, da diese Modelle nicht nur das Umfeld, sondern auch den Träger selbst schützen. Aber was bedeuten die Schutzstufen? Kann ich meine FFP2-Maske reinigen? Und was gibt es sonst noch zu beachten?

FFP-Masken: Das bedeuten die Schutzstufen

Im Kampf gegen das Coronavirus ist ein Mund-Nasen-Schutz besonders wichtig, um die Verbreitung einzudämmen. Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Atemschutzmasken. Sichere Varianten sind Halbmasken mit integriertem FFP-Filter (Filtering Face Piece), die dicht auf Mund und Nase anliegen. Sie schützen vor kleinsten partikelförmigen Schadstoffen wie Staub, Rauch und Aerosol. Unterschieden wird bei diesen Modellen zwischen den drei Schutzstufen FFP1, FFP2 und FFP3. Diese sind europaweit normiert. Es gilt bei den Stufen: je höher die Zahl, desto besser der Schutz.

FFP1-Masken

Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP1 filtern mindestens 80 Prozent der sich in der Luft befindlichen Partikel bis zu einer Größe von 0,6 Mikrometern (µm). Diese Modelle finden zum Beispiel im Bauwesen oder in der Nahrungsmittelindustrie Anwendung. Im Kampf gegen das Coronavirus sind diese Masken laut dem Robert Koch-Institut (RKI) aber nicht geeignet. Es empfiehlt mindestens FFP2-Masken.

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FFP2-Masken

Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP2 filtern mindestens 94 Prozent der sich in der Luft befindlichen Partikel bis zu einer Größe von 0,6 µm. Sie schützen vor gesundheitsschädlichen Partikeln auf Wasser- und Ölbasis, aber nicht vor krebserzeugenden Stoffen, radioaktiven Partikeln, luftgetragenen biologischen Arbeitsstoffen der Risikogruppe drei oder Enzymen. Das Robert Koch-Institut empfiehlt im Kampf gegen das Coronavirus entweder FFP2-Masken oder FFP3-Masken zu tragen.

FFP3-Masken

Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP3 filtern mindestens 99 Prozent der sich in der Luft befindlichen Partikel bis zu einer Größe von 0,6 µm. Sie schützen gegen gesundheitsschädliche und krebserzeugende Partikel auf Wasser- und Ölbasis sowie gegen radioaktive Partikel und luftgetragene biologische Arbeitsstoffe der Risikogruppe zwei und drei und gegen Enzyme. Wie auch FFP2-Masken wird diese Variante im Kampf gegen das Coronavirus vom RKI empfohlen.

Sind FFP-Masken besser als andere Atemschutzmasken?

Der Durchmesser von Viren wie dem Coronavirus beträgt oftmals weniger als 0,1 µm und sie schweben in kleinsten Tröpfchen, den sogenannten Aerosolen, durch die Luft. Diese Tröpfchen, aber auch Rauch und Feinstaub können von FFP-Masken gefiltert werden, sodass sowohl Träger als auch Umfeld vor Viren weitestgehend geschützt werden. Je nach Schutzklasse sogar bis zu 99 Prozent. Stoff- oder Einwegmasken schützen hingegen meist nur das Umfeld, nicht aber den Träger vor Tröpfchen. Zudem sind sie deutlich durchlässiger für kleinste Partikel und Enzyme.

Typ

Schützt den Träger

Schützt das Umfeld

Einwegmasken

Nein

Ja

Stoffmasken

Nein

Ja

Medizinische Masken

Nein

Ja 

Masken mit FFP-Filter
(mit Ventil)

Ja

Bei geschlossenem Ventil: Ja

Bei geöffnetem Ventil: Nein

Masken mit FFP-Filter
(ohne Ventil)

Ja

Ja

Welche FFP-Masken eignen sich im Alltag am besten?

Laut dem Robert Koch-Institut eignen sich FFP2- oder FFP3-Masken im Alltag am besten, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Wichtig zu wissen: Es gibt auch FFP-Masken mit Ventil, die zwar den Träger, nicht aber das Umfeld schützen. Denn es wird zwar die eingeatmete Luft gefiltert, die ausgeatmete Luft wird dagegen bei geöffnetem Ventil ungefiltert nach außen abgegeben. Diese Masken sind daher in der Regel nicht geeignet, um sie im Alltag zu verwenden.

Was muss ich beim Kauf beachten?

Beim Kauf vom FFP-Masken müssen Sie auf die sogenannte CE-Kennzeichen achten, um sicherzustellen, dass sie in Europa zulässig sind. "Die Masken müssen dazu regulär die Anforderungen der Norm DIN EN 149:2009-08 erfüllen", heißt es auf der Website vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

Kann man seine FFP2-Maske reinigen?

Sowohl FFP2- als auch FFP3-Masken sind in der Regel für den einmaligen Gebrauch gemacht und sollten nach der Verwendung entsorgt werden. Obwohl es auch wiederverwendbare Modelle gibt, die man mehrfach tragen kann, hat das RKI im April zu folgender Handhabung geraten: "Die Wiederverwendung von FFP-Masken bzw. von MNS [Mund-Nasen-Schutz, Anm. d. Red.] erfordert eine sichere Handhabung. Bei Nichteinhaltung steigt das Infektionsrisiko für Beschäftigte. Bitte beachten Sie, dass die folgend beschriebenen Maßnahmen zur Wiederverwendung daher nur auf ausgerufene Notfallsituationen anzuwenden sind, wenn FFP-Masken und/oder MNS nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen." Um wirklich sicherzugehen, dass zuverlässiger Schutz gewährleistet wird, sollte man also bestenfalls die Maske nach jedem Tragen entsorgen, vor allem, wenn es keine Lieferengpässe gibt.

Risiken beim Reinigen einer FFP2- oder FFP3-Maske

Zwar gibt es verschiedene Methoden, um seine (wiederverwendbare) FFP2- oder FFP3-Maske zu reinigen, etwa die chemische (mit Desinfektionsmittel) oder die thermische Reinigung durch Hitze (etwa durch Sterilisieren in der Mikrowelle oder im Backofen). Allerdings besteht keine Garantie, dass durch die Reinigungsmethoden 100 Prozent der Keime abgetötet werden. Zudem können sowohl die chemische als auch die thermische Reinigung die Filterleistung der Masken mit der Zeit beeinträchtigen. Da die Materialzusammensetzungen der Masken von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich sind, gibt es keine allgemeingültigen Tipps. Daher sollten auch wiederverwendbare Masken mit der Zeit entsorgt und die Hinweise des Herstellers beachten werden.

Zudem sollten Sie darauf achten, dass sich die Passform der Maske durch die Reinigung nicht verändert, damit ihre Schutzwirkung nicht vermindert wird. Sollten Sie sich dennoch für die Reinigung entscheiden, sollten Sie also darauf achten, dass dies nicht passiert. Außerdem sollten Sie beim Erhitzen bzw. Sterilisieren von Schutzmasken in der Mikrowelle darauf achten, dass keine metallischen Bestandteile vorhanden sind, da sonst akute Brandgefahr besteht. Darüber hinaus kann auch das Sterilisieren im Backofen gefährlich sein, wenn die Maske in Flammen aufgeht. Ob Sie Ihre FFP-Maske reinigen wollen, liegt also in Ihrem eigenen Risikoermessen.

Noch ein wichtiger Hinweis: Das Robert-Koch-Institut rät übrigens von einer Reinigung der Einweg-FFP-Masken mit Desinfektionsmittel ab. Reinigen Sie also - wenn überhaupt - nur wiederverwendbare Modelle und entsorgen Sie auch diese mit der Zeit, um wirklich einen zuverlässigen Schutz für sich und Ihr Umfeld zu gewährleisten.

Gibt es Alternativen zu den klassischen FFP-Masken? 

Mittlerweile gibt es verschiedene Firmen, die sich mit der Weiterentwicklung von alltagstauglichen FFP-Masken beschäftigen. Ein Beispiel: Anna Müller ist Gründerin des Start-Ups CLAIR Solutions und hat bereits vor Jahren wiederverwendbare, durchsichtige Masken mit Filtern entwickelt, die den Träger vor Schadstoffen aus der Luft schützen sollen. Aufgrund der Corona-Pandemie hat sie ihre AIO-Masken weiterentwickelt und dem FFP-Standard angepasst. Sie sind so konzipiert, dass man sie sogar in der Spülmaschine reinigen und daher immer wieder tragen kann. 

Verwendete Quellen: Robert-Koch-Institut / Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

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maf

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